Der hohe Preis der Barmherzigkeit | World Challenge

Der hohe Preis der Barmherzigkeit

David WilkersonAugust 4, 2008

„Ihr aber sollt eure Feinde lieben und sollt Gutes tun und leihen, auch wo ihr nichts dafür erhoffen könnt. Dann wird euer Lohn groß sein, und ihr werdet Söhne des Höchsten sein; denn auch er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen. Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist!“ (Lukas 6,35-36; Kursiv von mir).

Durch die ganze Bibel hallt ein mächtiges Thema: „Der Herr, dein Gott, ist ein barmherziger Gott“ (5. Mose 4,31; Kursiv von mir). Dieses Thema der Barmherzigkeit gehört zum eigentlichen Kern des Alten Testaments. Wir lesen es wieder und wieder im 5. Buch Mose, in den Chroniken, in Nehemia und in den Psalmen: „Der Herr, dein Gott, ist gnädig und barmherzig.“ Dasselbe Thema der Barmherzigkeit sehen wir auch in jedem der Evangelien und durch das Neue Testament hindurch: „Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist!“ (Lukas 6,36).

Die Schriften erzählen uns etwas davon, was Gottes Barmherzigkeit gegenüber einer sündigen Welt ihn kostet

Der Herr gab diese sündige, gottlose, von Begierde verzehrte Welt nicht auf. Als er auf den Ausbruch der Ausschweifungen auf der Erde herabblickte, wandte er sich nicht von seiner Schöpfung ab. Stattdessen sandte er seinen Sohn in unsere Mitte. Und in seiner liebevollen Barmherzigkeit gab der Herr seinen Sohn als ein Opfer hin. Er legte die Vergehen von uns allen auf Christus.

Denken Sie an den hohen Preis, den Jesus zahlte. Wie hoch dieser Preis wiegt, lässt sich nicht einfach berechnen. Niemand kann den Schmerz Christi dabei ermessen, als er die Sünden der Welt auf sich nahm. Aber die Bibel nennt uns klare Einzelheiten über den Preis, den Jesus für die Barmherzigkeit zahlte, mit der er hier auf der Erde diente.

Erstens wurde Jesus von der gesamten religiösen Welt abgelehnt. Die Leiter seiner Zeit gingen mit unverhohlener Boshaftigkeit gegen ihn vor. Zudem wurde er von Reichen und Armen, von Gebildeten und Ungebildeten gleichermaßen verspottet und verachtet. Und seine Botschaft wurde von allen außer ein paar wenigen abgelehnt.

Gemäß den Psalmen wurde der Name Jesus zum Lied von Betrunkenen. Schließlich spuckte die ganze Gesellschaft Jesus an, misshandelte ihn, nagelte ihn an ein Kreuz und tötete ihn.

Als Nutznießer der Barmherzigkeit Gottes wissen Sie und ich etwas über den Preis, den Jesus zahlte, um einer verlorenen Welt eine solche Barmherzigkeit zuteil werden zu lassen. Seine liebevolle Barmherzigkeit fand Sie persönlich in Ihrer sündigen Gebundenheit. Er hörte den Schrei Ihres Herzens und befreite Sie. Er veränderte Sie, öffnete Ihnen die Augen, erfüllte Sie mit seinem Heiligen Geist. Und er machte Sie zu einem Gefäß zur Ehre, um sein Evangelium zu verkünden.

Täuschen Sie sich nicht: Es ist eine teuer erkaufte Barmherzigkeit, die Sie empfangen haben. Wir predigen, dass es Gottes Barmherzigkeit umsonst gibt, dass sie unverdient und damit ohne Kosten für uns ist. Der Preis für sie wurde durch Christi vergossenes Blut vollständig bezahlt. Und das ist in der Tat alles wahr. Gott ist durch den Preis, den Jesus dafür bezahlt hat, um uns seine Barmherzigkeit zu bringen, vollkommen zufriedengestellt. Und nun haben wir den Himmel als ein Erbe empfangen. Seine Barmherzigkeit sorgt bei jedem wahren Gläubigen für die Gewissheit des ewigen Lebens.

Doch es gibt einen Preis auf der menschlichen Seite – auf unserer Seite – für Gottes Barmherzigkeit. Was sind die Kosten für uns? Sie sind der hohe Preis, ein wahrer Zeuge für die Macht der Barmherzigkeit zu werden, die wir empfangen haben. Tatsache ist, dass dieselbe Barmherzigkeit, die uns gegeben wurde, anzubieten, uns hier auf der Erde viel kosten wird. Und wir können damit rechnen, diesen Preis in unserem alltäglichen Leben zu zahlen.

Sehen Sie, Jesus gebietet uns: „Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist!“ (Lukas 6,36). Und wie Christus durch sein Beispiel zeigte, ist es sehr kostspielig, so barmherzig zu sein wie der Vater. Jesus bezahlte den Preis für diese Barmherzigkeit in seinem Fleisch. Und Sie und ich können damit rechnen, denselben Preis zu zahlen. Wie er werden wir uns völliger Ablehnung gegenübersehen. Als Boten des Evangeliums werden unsere Worte von der Welt nicht angenommen werden. Je mehr Christus in unserem Leben erhöht wird, desto mehr können wir tatsächlich damit rechnen, dass Gottes Barmherzigkeit lächerlich gemacht und zurückgewiesen wird.

Die Barmherzigkeit kostete Jesus zuerst seine Stellung im Himmel. Barmherzigkeit bewegte ihn, auf die Erde zu kommen und menschliche Gestalt anzunehmen. Und letztendlich kostete die Barmherzigkeit, die er der Welt anbot, sein Leben. Doch sein Beispiel ist ein Vorbild für alle, die ihm nachfolgen wollen. Er sagt uns im Wesentlichen: „Lass mein Leben dir den Preis der Barmherzigkeit zeigen: Es ist völlige Ablehnung durch diese Welt.“

Paulus bezahlte denselben hohen Preis dafür, Gottes Barmherzigkeit auszuleben, den Jesus auf Erden bezahlte

Jesus warnte uns: „Denkt an das Wort, das ich euch gesagt habe: Der Sklave ist nicht größer als sein Herr. Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen“ (Johannes 15,20). Der Apostel Paulus bezeugte diese Wahrheit: „(Wir) mühen uns ab und arbeiten mit unseren eigenen Händen. Geschmäht, segnen wir; verfolgt, dulden wir; gelästert, reden wir gut zu; wie Auskehricht der Welt sind wir geworden, ein Abschaum aller bis jetzt“ (1. Korinther 4,12-13; revidierte Elberfelder Übersetzung 1991).

Was sollen wir aus dieser Ablehnung machen? Jesus antwortet uns: „Freut euch und jauchzt an jenem Tag; euer Lohn im Himmel wird groß sein“ (Lukas 6,23).

Diese Wahrheit ist schwer zu schlucken. Wie können wir uns während rücksichtsloser Verfolgung freuen und froh sein? Geliebte, all das gehört zum hohen Preis der Barmherzigkeit. Wie es bei Paulus war, der als Abschaum betrachtet wurde, so ist es auch bei dem Leib Christi, der Gemeinde. Es gibt einen Preis, den wir alle bezahlen müssen, wenn wir Jesus und seine Barmherzigkeit predigen.

Aber dieser hohe Preis ist nicht nur die Ablehnung durch eine ungläubige Welt. Er ist nicht nur die Missbilligung und Ablehnung der atheistischen, liberalen Medien. Wir sehen uns auch Beschuldigungen und Herablassungen der Kompromiss schließenden religiösen Welt gegenüber. Jesus warnte seine Jünger: „Die Menschen [werden euch] hassen und aus ihrer Gemeinschaft ausschließen ... Sie [werden] euch beschimpfen und euch in Verruf bringen um des Menschensohnes willen“ (Lukas 6,22). Alles, was Jesus hier beschreibt, geschah ihm durch das Handeln des religiösen Systems seiner Zeit.

Der Apostel Paulus war in seinem Leben eine Zeit lang selbst eine mächtige Kraft solcher Verfolgung gewesen. Und in der Tat, je mehr er die „Jesus-Leute“ schikanierte, desto mehr überhäuften ihn die religiösen Leiter mit Lob. Bei jedem Gläubigen, den Paulus ins Gefängnis warf, applaudierten ihm diese Leiter, und sein Ansehen stieg.

Sein Name war zunächst Saulus und er war ein junger und kraftvoller Zelot. Nach dem jüdischen Gesetz war er untadelig und genoss Anerkennung von höchster Stelle der Synagoge. Was ist unser erster Eindruck von diesem aufrechten Mann anhand der Schrift? Wir begegnen Saulus, als er abseits steht und die brutale Steinigung von Stephanus billigt. Saulus war überall in dieser Region der Welt als die Nummer eins der Verfolger der Gemeinde Christi bekannt. Er war entschlossen, den Namen Jesus vom Angesicht der Erde wegzuwischen und die Gemeinde in ihrer Frühzeit auszulöschen.

Aber es kam der Tag, als die Barmherzigkeit auf Saulus herab schien. Ich stelle mir den eifrigen Pharisäer am Beginn dieses besonderen Tages vor. Er hatte um eine Audienz beim Hohen Priester gebeten: „Der junge Mann, der die Jesusclique verfolgt, bittet um die Erlaubnis, diesen Kreuzzug nach Damaskus zu tragen. Er gelobt, sie alle ins Gefängnis zu bringen. Er glaubt, dass er in der Lage ist, dieses ‚Jesusfeuer’ auszulöschen.“

Mit dem Segen der jüdischen Leiter ritt Saulus mit seinen Männern von Jerusalem zur nächsten Mission aus. Stellen Sie sich die Szene vor, wie sie von den Hohen Priestern und all den Schriftgelehrten und Pharisäern bejubelt wurden. Aber dann, noch außerhalb der Stadt Damaskus, strahlte Barmherzigkeit auf Saulus herab.

Wie handelte die Barmherzigkeit an diesem verlorenen, fehlgeleiteten Mann? Sie versuchte nicht, ihn zu bestürzen. Sie klagte ihn nicht an. Sie versuchte nicht, ihn zu vernichten. Stattdessen ließ die vollständig bezahlte, unverdiente Gnade des Herrn Saulus mit dem Angesicht zu Boden fallen. Und eine Stimme sagte zu ihm: „Saulus, Saulus, ich bin es, Jesus. Warum verfolgst du mich?“ (siehe Apostelgeschichte 9). Christi Botschaft an diesen Zeloten war klar: „Ich bin es, den du antastest, Saulus. Mit jedem Christen, den du ins Gefängnis geworfen hast, hast du es mir angetan.“

Saulus war durch diese Offenbarung überwältigt. Vorübergehend mit Blindheit geschlagen, wurde er zum Haus eines betenden, mit Geist erfüllten Mannes in Damaskus namens Hananias geführt. Dort, in einem kleinen Raum, rief Saulus den Namen Jesu an. Hananias erklärte ihm den hohen Preis der Barmherzigkeit, die er empfangen hatte: „Nun, Saulus, wirst du um seines Namens willen leiden.“

Denken Sie an die kostbare Barmherzigkeit, die Saulus an diesem Tag empfing. Sicher dachte er mit Gewissensbissen an die Steinigung von Stephanus zurück … erinnerte sich an jeden Gläubigen, den er ins Gefängnis werfen ließ … sah wieder die Gesichter all derer, die er misshandelt hatte. O, wie kostbar ist die Barmherzigkeit, die dieser Mann empfing.

Zu Paulus umbenannt verbrachte der Apostel den Rest seines Lebens damit, über Gottes Barmherzigkeit zu predigen und zu schreiben. Und er bezeugte unaufhörlich, was es kostet, diese Barmherzigkeit in einer bösen Welt auszuleben. Seit zwei Jahrtausenden haben Paulus’ Schriften die Gemeinde an das erinnert, was Jesus zu uns sagte: „Die Menschen werden euch hassen. Sie werden sich von euch zurückziehen. Sie werden euch anklagen und euren Namen als böse verwerfen. Aber das ist für euch der Augenblick, zu jubeln und vor Freude zu springen!“

Satan fürchtet, verabscheut und hasst die Macht der Barmherzigkeit Gottes

Es ist schlicht und einfach Barmherzigkeit, die das Reich des Teufels auf der Erde dezimiert hat. Satan hätte nie gedacht, dass er seine Macht über den süchtigen, hoffnungslosen Abschaum der Menschheit verlieren könnte. Aber die Barmherzigkeit hat Scharen von Menschen befreit, die er einst gefangen hielt.

Nun erkennt Satan, dass wir am Ende der letzten Tage sind. Und er ist entschlossen, eine ganze Generation zu betäuben, sie gegenüber ihrer Bedürftigkeit bezüglich der Barmherzigkeit Gottes gefühllos zu machen. Er möchte Mauern im Denken junger Menschen errichten, damit Gottes Barmherzigkeit sie nicht berührt. Deshalb hat er dämonische Horden von Drogenanbauern und -herstellern entfesselt, um dieses Übel herbeizuführen.

Als ich in den 1950er Jahren zum ersten Mal nach New York kam, bestand die Plage vor allem aus Marihuana und Rezeptdrogen. Heroin hatte noch nicht so stark Fuß gefasst wie es später der Fall wurde. In jüngeren Jahrzehnten hat Satan Crack und dann Crystal Meth gebracht. Nun hat er neue Drogen eingeführt, die größeres Suchtpotenzial bergen: Kokain- und Heroin-Sorten aus Mexiko, Irak, Kolumbien und Afghanistan.

Mittlerweile hat der Teufel junge Menschen mit einem Meer von Alkohol überflutet. Hochschulen und Gymnasien wurden geprägt von einem Partygeist, mit Fässern von Bier, Wein und Spirituosen auftankenden Besäufnissen. Massenweise gehen Teenager in säkulare Rehabilitationskliniken, während andere an ihre Sucht gebunden bleiben. All das gehört zum letzten verzweifelten Versuch des Teufels, Massen zu versklaven und sie gegen die Botschaft von der Barmherzigkeit Jesu zu „immunisieren“.

Aber die Barmherzigkeit Gottes hat eine erstaunliche Befreiungskraft.

Barmherzigkeit hat die Ketten aller Süchte gebrochen und scharenweise Menschen aus dem Reich Satans in das Reich Christi versetzt

Es gab eine Zeit mit Millionen überall in der Welt, die betäubt waren, so dass Satan dachte, er hätte gesiegt. Tatsächlich verbreitete sich in der Welt die Überzeugung, dass man hoffnungslos sei, wenn Satan einen einmal gebunden hat.

Doch in jeder Generation sendet Gott seinen Heiligen Geist in die Straßen und Seitenwege. Und er geht direkt in das Zentrum des satanischen Territoriums: in die Slums der Stadt, in Crack-Spelunken, auf Hausdächer, wo immer Süchtige in ihrer Benommenheit auch liegen. Und das Licht der Barmherzigkeit ist auf die Schwächsten gefallen, den Abschaum, die am meisten von Drogen Verkrüppelten, diese von der Gesellschaft Vergessenen und als hoffnungslos verloren gegebenen Ausgestoßenen.

Der erste Heroinsüchtige, der durch den Teen Challenge Dienst gerettet und befreit wurde, war Sonny Arguinzoni. Sonny dient jetzt als Bischof von mehr als 600 Gemeinden weltweit, die aus ehemaligen Suchtkranken bestehen. Bei der Konferenz dieser Gemeinden im vergangenen Jahr bildeten 1000 ehemalige Prostituierte einen Chor, um Gott für seine befreiende Kraft zu loben.

Nicky Cruz, der berühmte ehemalige Gangster und Teen-Challenge-Absolvent hat vielen Millionen auf der ganzen Welt das Evangelium der Barmherzigkeit gepredigt, sodass Scharen von Menschen freigesetzt und erlöst wurden.

Die ganze Welt sollte aufstehen und Gott für seine rettende Befreiung und für die Wiederherstellung dieser einst Verlorenen und von der Menschheit Verlassenen danken

Zumindest sollte die Gesellschaft Gott dafür danken, dass er alkoholabhängige Väter errettet und wieder mit ihren Ehefrauen und Kindern vereint. Aber ich versichere Ihnen, dass dies nie geschehen wird. In jeder Generation hat die Welt die Macht Jesu, das Leben von Menschen zu verändern, abgestritten, selbst als sie mit klaren Beweisen für das Gegenteil konfrontiert wurde. In der frühen Zeit von Teen Challenge habe ich das immer wieder erlebt.

Vor Jahren wurde ich zu einer Mediziner-Konferenz in New York eingeladen, als Nelson Rockefeller Gouverneur war. Sein Drogenprogramm mit einem Volumen von mehreren Millionen Dollar hatte darin versagt, Heilung für Drogensüchtige herbeizuführen. Ich brachte einige Absolventen unseres Teen-Challenge-Programms zur Konferenz mit. Sie waren seit über zwei Jahren clean und besuchten eine Bibelschule oder ließen sich zu Sozialarbeitern ausbilden, um anderen so helfen zu können, wie ihnen selbst geholfen worden war. Zwei der jungen Männer bezeugten vor dieser Versammlung von Ärzten und Experten, wie Jesus sie frei gemacht hatte und dass sie kein Verlangen nach Drogen mehr hatten.

Der Psychiater, der als nächster aufstand, sprach so, als hätte er meine jungen Männer überhört. Seine ersten Worte waren: „Nach allem, was wir versucht haben, wissen wir, dass es kein bekanntes Heilmittel für Drogensüchtige gibt.“ Ein nichtreligiöser Arzt, der neben mir saß, wunderte sich darüber. Er flüsterte mir zu: „War dieser Mann nicht im Saal, als Ihre jungen Leute sprachen?“

Tatsache ist, die Welt wird Jesus nie als die Antwort annehmen. Wenn Christus der Ursprung aller befreienden Barmherzigkeit ist – wenn die Barmherzigkeit des Kreuzes die Ursache von Wundern ist –, wird sie immer als Unsinn verworfen werden.

Wir sollten uns auch vor denjenigen Mächten der Welt hüten, die auf uns zukommen und uns zuflüstern: „Lass uns mithelfen.“ In vielen Fällen können weltliche Angebote zur Unterstützung von Diensten satanisch inspiriert sein. Hilfe kann durch staatliche Fonds oder Programme angeboten werden. Für jeden auf Christus ausgerichteten Dienst ist es gefährlich, von staatlichen Fonds abhängig zu sein.

Letztlich wird ein Werk, das auf die Mittel der Welt angewiesen ist, als lediglich eine weitere von vielen Wohltätigkeitsorganisationen enden, ohne die Macht Christi, wirklich frei zu machen. Außerdem werden staatliche Zuschüsse schließlich versiegen und eine Arbeit wird eingestellt, die als die des Herrn begonnen worden war, aber von der Welt abhängig wurde, um operieren zu können.

Ich biete jedem von Christus geleiteten Dienst eine Warnung an: Seid vorbereitet, weil der Druck heftig werden wird. Jede Seelen gewinnende Initiative und Jünger hervorbringende Gemeinde, wird nach kurzer Zeit in Verfolgung und Diffamierung geraten. Die Welt wird Ihre Arbeit als Betrug abstempeln.

Doch Sie sollen sich an das erinnern, was Jesus uns sagte: „Wenn sie euch schmähen, freut euch und hüpft, denn euer Lohn ist groß im Himmel“ (siehe Lukas 6,22-23).

Die Barmherzigkeit des Herrn auszuleben wird Sie eine lebensverändernde Konfrontation in Bezug auf den Leib Christi kosten

Gott hat mich in seine Schule genommen, was seinen geistlichen Leib betrifft. Und dies ist, was er mir gezeigt hat: Die Art und Weise, wie die meisten Christen heute leben und ihren Dienst tun, beweist, dass wir die Beziehung Jesu zu seinem Leib nicht völlig verstanden haben.

Stellen Sie sich Saulus’ Qualen vor, als Christus ihn vor Damaskus mit der Realität seines Leibes konfrontierte. Der Herr sagte zu Saulus: „Ich bin Jesus. Und du verfolgst mich.“ Saulus hatte gedacht, er habe es nur mit einzelnen zu tun und er diene Gottes Werk, wenn er jüdische Häretiker ausrottete. Er wusste nicht, dass er den eigenen Leib des Herrn angriff, als er der Gemeinde nachsetzte.

Nun wurde Saulus durch die Wahrheit aufgeschreckt: „Jesus hat einen geistlichen Leib. Er ist das Haupt, im Himmel. Und sein Leib – seine Kinder hier auf der Erde – sind mit dem Haupt verbunden. Es ist ein einziger Leib, der aus Gläubigen besteht, die Fleisch von seinem Fleisch sind. Und jeder, der einen von ihnen angreift, greift in Wirklichkeit ihn selbst an. Jede „Jesus-Person“, die Paulus verfolgt und eingekerkert hatte – alles, was er gegen sie ausgesagt und unternommen hatte –, bekam Christus persönlich zu spüren. Saulus’ Konfrontation mit dieser Wahrheit veränderte sein Leben.

Als der Apostel Paulus, verstand er allmählich, wie tief Gott seine Gemeinde liebt. Er erkannte, dass die Gemeinde in den Augen des Herrn eine kostbare Perle ist. Sie ist auch die makellose Braut seines Sohnes – ein vereinter, unsichtbarer Leib, bestehend aus bluterkauften Kindern aus jedem Stamm und jeder Nation der Erde.

Ich bin überzeugt, dass wir diese Wahrheit nicht so ernst nehmen, wie wir es sollten

Wenn wir diese Wahrheit über seinen Leib völlig verstanden hätten, wäre es das Ende alles Grollens in der Gemeinde … das Ende aller Bitterkeit … das Ende aller Vorurteile, aller fleischlichen Rivalität, allen Stolzes, Tratsches und aller Spaltung.

Gerade jetzt braucht die Welt ein lebendiges Beispiel der kostspieligen Barmherzigkeit Christi. Nie waren die Spannungen größer. Seit Jahrzehnten hat in den afrikanischen Staaten Stamm gegen Stamm Krieg geführt. Diese Stammeskriege haben Armut, Krankheit und zerrüttete Familien gebracht und bei neuen Generationen tiefen Hass ausgebrütet. Inzwischen breiten sich in Europa und in den Vereinigten Staaten Rassenspannungen in der Gesellschaft aus und schleichen sich sogar in Gemeinden ein.

Lassen Sie sich nicht zu dem falschen Denken verleiten, ein Präsident könnte diese Probleme lösen. Die kostspielige Barmherzigkeit, die überall in der Welt gebraucht wird, kann nur von solchen Menschen kommen, die diese Barmherzigkeit selbst geschmeckt und empfangen haben. Und das ist die kostspielige Berufung der Gemeinde Jesu Christi. Sie soll eine Barmherzigkeit anbieten, die sich selbst um eines Bruders oder einer Schwester willen hingibt – und, wie Jesus es uns vormachte, sogar für einen Feind.

Ich ermahne Sie, hier innezuhalten und sich dieser Wahrheit zu stellen

Gehen Sie in Ihrem Leben oder Dienst keinen Schritt weiter – stoppen Sie alle Ihre Pläne und guten Werke –, bis Sie sich den Verflechtungen stellen, die ein Glied des Leibes Christi zu sein beinhaltet. Der Herr erklärt über seine Gemeinde: „Das ist meine kostbare Perle, die Braut für meinen Sohn.“ Bedenken Sie, welch ein Wunder es ist, Teil eines solchen Leibes zu sein. Denken Sie auch an die große Berufung dieses Leibes, einer unbarmherzigen Welt Barmherzigkeit zu erweisen.

Als Paulus seine bekannten Briefe an die Korinther schrieb, handelte es sich um eine Gemeinde, die sich gegen ihn gewandt hatte. Doch als Paulus an diese Gemeinde im Leib Christi dachte, schrieb er: „Ihr seid mir sehr lieb geworden. Mein Herz gilt euch allen. Ich liebe euch und schätze jeden von euch.“

Einfach gesagt blickt die Barmherzigkeit über Fehler und Schwächen und Selbstrechtfertigung hinaus. Wenn wir wirklich glauben, dass wir Christus persönlich verletzen, wann immer wir einen Bruder oder eine Schwester verletzen – dass das, was wir gegen ein einziges Glied seines Leibes sagen oder tun, „gegen mich“ ist, wie Jesus sagte –, dann würden wir Tag und Nacht daran arbeiten, alles in Ordnung zu bringen. Und wir würden nicht eher aufhören, bis alles geklärt ist.

Doch die Wahrheit ist, dass wir andere schlecht behandeln können. Wir können uns von einem Bruder oder einer Schwester trennen. Wir können jemanden verwunden und verletzen. Wir können rassistische Worte aussprechen oder denken. Wir können andere leicht falsch darstellen. Und wir denken, das alles sei eine Sache „zwischen Gott und mir“. Also bekennen wir es dem Herrn reumütig, und dann gehen wir hin und meinen, alles sei in Ordnung. Doch bedenken wir nie, wie wir Jesus – oder unseren Bruder – bei alledem verletzt haben. Wir haben nicht nur einen Bruder verwundet, wir haben den Herrn verwundet. In der Tat haben wir es dem ganzen Leib angetan, denn wenn es einem Glied weh tut, tut es allen weh.

Doch hier ist die Offenbarung, die uns gegeben wird: „Ich gehöre zum Leib Christi! Und das gilt auch für meinen Bruder, meine Schwester. Wir sind alle eins. Das löst alles Tratschen, alle Spannungen, alle Reibereien, weil wir mit dem Haupt verbunden sind.“

Ich gebe Ihnen dieselbe Botschaft mit, die Paulus seinen Mitarbeitern gab:

  • „[Tut] nichts aus Ehrgeiz und nichts aus Prahlerei … Sondern in Demut schätze einer den andern höher ein als sich selbst. Jeder achte nicht nur auf das eigene Wohl, sondern auch auf das der anderen“ (Philipper 2,3-4).
  • „Ich ermahne (euch) … (seid) einmütig ... im Herrn“ (Philipper 4,2).
  • „Zieht nun an als Auserwählte Gottes, als Heilige und Geliebte: herzliches Erbarmen, Güte, Demut, Milde, Langmut! Ertragt einander und vergebt euch gegenseitig, wenn einer Klage gegen den anderen hat; wie auch der Herr euch vergeben hat, so auch ihr! Zu diesem allen aber <zieht> die Liebe <an>, die das Band der Vollkommenheit ist!“ (Kolosser 3,12-14; revidierte Elberfelder Übersetzung 1991).

So fasst Paulus das alles zusammen. Das ist tatsächlich eine umfassend ausgelebte Barmherzigkeit: „Denn ihr (seid) uns sehr lieb geworden“ (1. Thessalonicher 2,8). Ich frage Sie: Sind alle Ihre Brüder und Schwestern in Christus Ihnen sehr lieb geworden? Während das Leben von unserem Haupt zu uns fließt, beginnen wir als Glieder seines Leibes, nicht nur einander zu lieben, sondern sogar unsere Feinde.

Herr, lass uns barmherzig sein, wie du uns allen barmherzig gewesen bist!

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Bibelstellen – soweit nicht anders angegeben – nach der Einheitsübersetzung 1980. Die angegebenen Versnummern können bei einigen Bibelausgaben abweichen.

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