Gott alle Ihre Morgen anvertrauen | World Challenge

Gott alle Ihre Morgen anvertrauen

David WilkersonMay 22, 2006

Der Herr erschien Abraham eines Tages und gab ihm eine unfassbare Anweisung: „Geh aus deinem Land und aus deiner Verwandtschaft und aus dem Haus deines Vaters in das Land, das ich dir zeigen werde!“ (1. Mose 12,1).

Was für eine erstaunliche Sache! Plötzlich wählte Gott einen Mann aus und sagte ihm: „Ich möchte, dass du aufstehst und gehst, wobei du alles zurücklässt: dein Heim, deine Verwandten, sogar dein Land. Ich will dich irgendwohin schicken und ich werde dich unterwegs anweisen, damit du dorthin gelangst.“

Wie reagierte Abraham auf dieses unfassbare Wort des Herrn? „Durch Glauben war Abraham, als er gerufen wurde, gehorsam, auszuziehen an den Ort, den er zum Erbteil empfangen sollte; und er zog aus, ohne zu wissen, wohin er komme“ (Hebräer 11,8).

Was hatte Gott vor? Warum würde er Nationen nach einem einzigen Mann absuchen und ihn dann auffordern, alles aufzugeben und ohne Landkarte, ohne vorgegebene Richtung, ohne bekanntes Ziel auf die Reise zu gehen? Denken Sie darüber nach, was Gott von Abraham verlangte. Er zeigte ihm niemals, wie er Familie ernähren oder unterstützen würde. Er teilte ihm nicht mit, wie weit er gehen musste oder wann er ankommen würde. Er sagte ihm nur zwei Dinge am Anfang: „Geh“ und: „Ich werde dir den Weg zeigen.“

Was für eine unglaubliche Sache Gott hier befahl. Er sagte Abraham im Wesentlichen: „Von heute an möchte ich, dass du mir alle deine Morgen gibst. Du musst den Rest deines Lebens so leben, dass du deine Zukunft in meine Hände zu legst, Tag für Tag. Ich bitte dich, dein Leben einer Verheißung anzuvertrauen, die ich dir gebe, Abraham. Wenn du dich dazu verpflichtest, werde ich dich segnen, dich leiten und dich an einen Ort bringen, den du dir nie vorgestellt hast.“

Der Ort, an den Gott Abraham führen wollte, ist ein Ort, an den er jedes Glied des Leibes Christi bringen möchte. In der Tat ist Abraham das, was Bibelgelehrte einen „Mustermenschen“ nennen: Jemand, der als Beispiel dafür dient, wie man vor dem Herrn lebt. Und Abrahams Beispiel zeigt uns, was von allen verlangt wird, die danach streben wollen, Gott zu gefallen.

Täuschen Sie sich nicht: Abraham war kein junger Mann, als Gott ihn zu dieser Entscheidung rief. Er war schon ein Onkel für Lot und hatte wahrscheinlich Pläne geschmiedet, die Zukunft seiner Familie sicherzustellen. Also musste er sich mit vielen Überlegungen befassen, als er Gottes Ruf abwägte. Es würde bedeuten, seine Familie von Verwandten und Freunden zu trennen, und Gott völlig vertrauen zu müssen, dass er sie alle versorgen würde. Aber Abraham „glaubte dem HERRN; und (Gott) rechnete es ihm als Gerechtigkeit an“ (1. Mose 15,6).

Der Apostel Paulus sagt uns, dass alle, die an Christus glauben und ihm vertrauen, die Kinder Abrahams sind. Kurz: Wir sind Menschen, die Gott gefallen, indem wir ihm vertrauen. Und, wie Abraham, werden wir als gerecht betrachtet, weil wir denselben Ruf beachten, alle unsere Morgen Gottes Händen anzuvertrauen.

Auch Jesus ruft uns zu einem solchen Leben: Keinen Gedanken an morgen verschwenden und unsere Zukunft in seine Hände legen. „So seid nun nicht besorgt, indem ihr sagt: Was sollen wir essen? Oder: Was sollen wir trinken? Oder: Was sollen wir anziehen? Denn nach diesem allen trachten die Nationen; denn euer himmlischer Vater weiß, dass ihr dies alles benötigt.

Trachtet aber zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit! Und dies alles wird euch hinzugefügt werden. So seid nun nicht besorgt um den morgigen Tag! Denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. Jeder Tag hat an seinem Übel genug“ (Matthäus 6,31-34).

Jesus meint damit nicht, dass wir nicht vorausplanen oder nichts für unsere Zukunft tun sollen. Vielmehr sagt er damit einfach: „Seid nicht ängstlich oder beunruhigt wegen morgen.“ Wenn Sie darüber nachdenken, dann handeln unsere meisten Ängste davon, was morgen geschehen könnte. Wir werden ständig von zwei kleinen Wörtern geplagt: „Was wenn?“

„Was, wenn die Wirtschaft zusammenbricht und ich meinen Job verliere? Wie werde ich die Hypothek abzahlen? Wie kann meine Familie überleben? Und was, wenn ich meine Krankenversicherung verliere? Wenn ich krank werde oder ins Krankenhaus muss, sind wir ruiniert. Oder, was, wenn in schwierigen Zeiten mein Glaube versagt?“ Wir alle haben tausend „was-wenn“-Ängste dieser Art.

Christus sagt uns: „Du brauchst dich nicht zu sorgen. Dein Vater weiß, dass du alle diese Dinge brauchst, und er wird dich nie verlassen. Er ist treu, dich zu ernähren, zu kleiden und darauf zu achten, dass für alle deine Bedürfnisse gesorgt wird.“

„Seht hin auf die Vögel des Himmels, dass sie weder säen noch ernten, noch in Scheunen sammeln, und euer himmlischer Vater ernährt sie <doch>. Seid ihr nicht viel wertvoller als sie? … Und warum seid ihr um Kleidung besorgt? Betrachtet die Lilien des Feldes, wie sie wachsen: sie mühen sich nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch aber, dass selbst nicht Salomo in all seiner Herrlichkeit bekleidet war wie eine von diesen.

Wenn aber Gott das Gras des Feldes, das heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird, so kleidet, <wird er das> nicht viel mehr euch <tun>, ihr Kleingläubigen?“ (Matthäus 6,26.28-30).

Bereitwillig geben wir dem Herrn alle unsere Gestern und wälzen unsere Sünden auf ihn ab. Wir vertrauen ihm für Vergebung für alle unsere vergangenen Fehler, Zweifel und Ängste. Also, warum tun wir nicht dasselbe mit unseren Morgen? Die Wahrheit ist, dass wir uns fest an unsere Zukunft klammern und das Recht beanspruchen, an unseren Träumen festzuhalten. Wir machen unsere Pläne unabhängig von Gott und bitten ihn später, diese Hoffnungen und Wünsche zu segnen und zu erfüllen.

Heute befindet sich die Gemeinde in einer Zeit, wie in keiner anderen der Geschichte. Es ist eine Zeit großen Wirrwarrs in der Lehre, in die sich die materialistische Kultur der Welt einschleicht. Gottes Volk wird gelehrt, große Träume zu träumen, für Größe zu planen, großspurig zu denken, „das Gold zu holen“. Viele christliche Eltern fühlen sich unter Druck, die Karrieren ihrer Kinder vorauszuplanen, weil sie um ihre Zukunft fürchten, wenn sie es nicht tun. Tragischerweise hat das eine junge Generation hervorgebracht, die so zum Erfolg getrieben wird, dass sie gestresst, erschöpft und ausgebrannt sind.

Diesen Kids ist eine Botschaft übermittelt worden, dass sie nie genug haben können. Infolgedessen sind manche ins Extrem gegangen, indem sie trinken und Partys feiern, als würde morgen alles zusammenbrechen. Viele sind zu „Überleistungserbringern“ geworden, so dass sie rezeptpflichtige Medikamente brauchen, um ihre Nerven zu beruhigen, während sie unmöglichen Maßstäben zu genügen versuchen. Inzwischen werden gewöhnliche Kids mit einfachen Träumen dazu gebracht, sich auf der Verliererseite zu sehen, nicht fähig, mitzuhalten. Ihnen allen wurde eine Furcht vor morgen eingeflößt.

Wie kam es dazu? Wie wurde es zum Vermächtnis einer Generation älterer Christen, die Gottes Treue erfahren hatte? Diese älteren Christen wissen, dass Gott sie bis heute versorgt hat. Warum sollte er nicht auch treu für ihre Kinder sorgen?

Über diesem Lärm und Streit – über allem leeren Streben nach materiellen Gütern und fleischlicher Größe – ruft eine Stimme denselben Befehl, den Abraham hörte, aus: „Lasse dieses Leben hinter dir. Steh auf und geh und überlasse mir alle deine Morgen. Lass mich deine Schritte planen und erlaube meinem Geist, dich zu führen. Gib alle deine menschengemachten Pläne auf und lass dich auf mich fallen.“

Unser Vorfahr Abraham musste jeden Plan, jede Hoffnung und jeden Traum, jede Sorge um seine Zukunft und seine Familie ablegen. Und das zu tun, fiel ihm nicht leicht. Es bedeutete, alle Furcht und Sorge über jedes Morgen abzugeben und auf Gott zu vertrauen, dass er ihn in jeder Situation segnet und bewahrt. Doch unser himmlischer Vater verlangt heute nicht weniger von seinem Volk.

Als Paulus sich in Rom seinem Gerichtsverfahren gegenübersah, wurde er unter grauenhaften Bedingungen festgehalten. Er wurde rund um die Uhr von Soldaten der prätorianischen Garde bewacht, seine Füße an beiden Seiten an einen Soldaten gekettet. Diese Männer waren roh, verhärtet, fluchten oft. Sie hatten schon alles Mögliche erlebt und nach ihrer Arbeitsauffassung war jeder Gefangene ein schuldiger Verbrecher, einschließlich Paulus.

Stellen Sie sich die Demütigungen vor, die Paulus in dieser Situation erduldete. Er hatte keine Zeit für sich allein, nicht einen einzigen Augenblick der Freiheit. Jeder Besuch von Freunden wurde genau überwacht, wobei die Wachen wahrscheinlich über Paulus’ Gespräche spotteten. Es wäre so leicht gewesen, unter einer solchen Behandlung die Würde dieses gottesfürchtigen Mannes zu nehmen.

Denken Sie darüber nach: Hier war ein Mann, der immer sehr aktiv gewesen war, der es liebte, über Landstraßen und Meere zu reisen, um Gottes Leute zu treffen und Gemeinschaft mit ihnen zu haben. Seine größte Freude schöpfte Paulus aus dem Besuch der Gemeinden, die er in dieser Region der Welt errichtet hatte. Aber nun war er angekettet, war buchstäblich gefesselt an die härtesten, weltlichsten Männer seiner Zeit.

Selbst einige der Christen, die Paulus kannten, begannen zu murren, dass er wegen seiner Situation Schande über das Evangelium brachte: „Wenn Paulus wirklich ein Mann Gottes wäre, dann würden ihm solche Dinge nicht geschehen. Warum befreit der Herr ihn nicht? Wo ist die Kraft in Paulus‘ Gebeten? Andere Diener am Evangeliums werden gesegnet, warum also wird er es nicht? Apollos erzielt mit seinen Predigten großartige Ergebnisse. Und so auch die jüngeren Prediger, Timotheus und Titus. Paulus hat schlicht keinen Dienst mehr.“

Wir haben alle schon die gebräuchliche Redensart gehört: „Böse Dinge geschehen guten Menschen.“ Über Nacht, innerhalb einiger Stunden, können unsere Umstände völlig auf den Kopf gestellt werden. Jedes Morgen kann uns aus den Händen genommen werden, und unsere Pläne und Träume können in Rauch aufgehen.

Ich bezweifle, dass irgendjemand, der das liest, niemanden kennt, der so etwas durchgemacht hat. Irgendeine Tragödie geschah, etwas das sie nicht vorhersehen konnten, und es hat alles verändert. Über Nacht wurden sie durch ihre Lebensumstände angekettet. Unser Dienst erhält Kisten voller Briefe, die solche Ketten beschreiben, wobei Menschen mit unglaublichen Leiden konfrontiert werden.

Vor nicht allzu langer Zeit wartete ich im Wartezimmer eines Arztes auf meine Frau Gwen, als eine ältere Witwe anfing, mir von dem Tag zu erzählen, an dem sich ihre Zukunft änderte. Sie und ihr Mann hatten ein wunderbares Leben genossen, als er einen Schlaganfall erlitt. Sie war die einzige Betreuerin ihres Mannes, und plötzlich waren beide wegen seines Zustandes ans Haus gebunden. Sie liebte ihren Mann und sorgte treu für ihn, aber fünf Jahre lang konnten sie keine Pläne für „morgen“ machen.

Mit der Zeit fiel er in eine Depression, und eines Tages rief er sie ins Schlafzimmer und schüttete seine Klagen vor ihr aus. Er sprach davon, wie der Schlaganfall ihm seine Hoffnungen und Träume geraubt hatte. Er sagte, dass sie keine Vorstellung davon habe, wie es sei, nicht einmal in der Lage zu sein, zu einem Spaziergang hinauszugehen: „Du kannst dir nicht vorstellen, wie es ist, hier im Bett einfach nur zu leiden. In all diesen Jahren wurde ich eines nützlichen Lebens beraubt, ohne Hoffnung für den nächsten Tag. Da gab es kein Glück, sondern nichts als Kummer.“

Sie antwortete ihm: „Du scheinst zu vergessen, dass ich in dem allen da war. Du bist nicht der einzige, der gelitten hat. Auch ich hatte Hoffnungen und Träume. In all diesen Jahren warst du der totale Brennpunkt meiner Energie und Fürsorge. Ich habe dich mit Händen und Füßen vierundzwanzig Stunden am Tag bedient. Auch alle meine Morgen sind weggenommen worden.“

Kurz darauf starb er, und obwohl sie ihn vermisste, schien sie ein wenig verbittert über ihre „verlorenen Jahre“.

Letztendlich kommt das Leid zu uns allen, und gerade jetzt gibt es eine Vielzahl Heiliger, die durch Bedrängnisse angekettet sind. Ihre Umstände haben ihre Freude in Gefühle der Hilflosigkeit und Nutzlosigkeit verwandelt. Viele fragen in ihrem Schmerz: „Warum geschieht mir das? Ist Gott sauer auf mich? Was habe ich falsch gemacht? Warum beantwortet er meine Gebete nicht?“

Paulus hatte in seiner Situation zwei Möglichkeiten. Er konnte sich nach einer krankhaften, bitteren Stimmung ausstrecken, indem er wieder und wieder die selbstbezogene Frage stelle würde: „Warum ich?“ Er konnte in eine Grube der Verzweiflung kriechen, sich in eine hoffnungslose Depression hinein argumentieren und völlig von dem Gedanken verzehrt werden: „Hier bin ich angebunden und mein Dienst wurde eingestellt, während andere draußen eine Seelenernte genießen. Warum?“

Stattdessen wählte Paulus die Frage: „Wie wird meine gegenwärtige Situation Christus ehren? Wie kann aus meiner Prüfung großartiger Nutzen hervorgehen?“ Dieser Diener Gottes traf die Entscheidung: „Ich kann meinen Zustand nicht ändern. Ich könnte in dieser Lage sehr wohl sterben. Doch ich weiß, dass meine Schritte vom Herrn angeordnet werden. Deshalb werde ich Christus groß machen und ein Zeuge für die Welt sein, solange ich in diesen Ketten bin.“ „So [wird] auch jetzt Christus an meinem Leib groß gemacht werden ... sei es durch Leben oder durch Tod“ (Philipper 1,20).

Paulus‘ Haltung demonstriert den einzigen Weg, wie wir aus unserer dunklen Grube von Bekümmertheit und Sorge freikommen können. Sehen Sie, es kann sein, dass wir alle unsere Morgen vergeuden, indem wir besorgt darauf warten, aus unserem Leid befreit zu werden. Wenn das unser Mittelpunkt wird, dann werden wir das Wunder und die Freude verpassen, in unserer Prüfung freigemacht zu werden.

Denken Sie an Paulus‘ Erklärung an die Philipper: „Ich will aber, dass ihr wisst, Brüder, dass meine Umstände mehr zur Förderung des Evangeliums ausgeschlagen sind“ (Philipper 1,12). Paulus sagt damit: „Bemitleidet mich nicht und denkt nicht, dass ich wegen meiner Zukunft entmutigt bin. Und bitte sagt nicht, dass meine Arbeit beendet ist. Ja, ich bin in Ketten und leide, aber in alledem wird das Evangelium verkündet.“

Ich stelle mir vor, wie Paulus sagt: „Meine Bedrängnis ist zu einer Quelle der Freude geworden. Wenn die römischen Wachen nach ihrer Schicht weggehen, erzählen sie der ganzen Kaserne von meinem Zeugnis. Dann gehen sie nach Hause und erzählen es ihren Familien und Freunden. Tatsächlich, im ganzen Palast schwirrt das Gespräch über das Evangelium, das ich predige, umher. Ihr mögt glauben, dass meine Hände gebunden sind, dass mein Dienst beendet ist, dass ich ein hoffnungsloser Fall bin, der nichts für Christus tun kann. Im Gegenteil: Diese Ketten haben mein Predigen kühner als je zuvor gemacht.“

Missverstehen Sie mich nicht: Paulus war keineswegs gleichgültig gegenüber seinen Umständen oder resigniert. Er war sich der Schmerzen, die durch seine Ketten verursacht wurden, völlig bewusst. Seine Denkart war nicht: „Dies ist die Bedrängnis, die Gott zugelassen hat. Also werde ich das Beste daraus machen. Ich werde nicht klagen und eine fröhliche Miene aufsetzen.“ Nein, niemals! Das ist es nicht, alle Morgen in Gottes Hand zu legen.

Beachten Sie stattdessen Paulus’ Schlusswort an die Philipper: „Freut euch im Herrn allezeit! Wiederum will ich sagen: Freut euch!“ (Philipper 4,4). Er sagte damit nicht: „Diese Ketten sind ein Segen. Ich bin so froh über diesen Schmerz, eingekerkert zu sein.“ Nein, ich bin überzeugt, dass Paulus täglich für seine Freilassung betete und manchmal nach der Kraft schrie, durchhalten zu können. Selbst der Herr Jesus schrie in der Stunde seiner Anfechtung und Not zum Vater: „Warum hast du mich verlassen?“ Das ist unser erster Impuls in unserer Bedrängnis: zu rufen: „Warum?“ Und der Herr hat Geduld bei diesem Schrei.

Aber Gott hat auch Vorsorge getroffen, dass unsere „Was wenns“ und „Warums“ durch sein Wort beantwortet werden können. Paulus schreibt: „(Wissend), dass ich zur Verteidigung des Evangeliums eingesetzt bin… [wird] Christus verkündigt, und darüber freue ich mich. Ja, ich werde mich auch freuen“ (1,16-18). Er sagt uns damit mit anderen Worten: „Ich bin entschlossen, dass Gottes Wort durch meine Reaktion auf diese Not bestätigt wird. Ich habe mein Denken darauf gerichtet, dass ich das Evangelium nicht entehre oder es kraftlos erscheinen lasse.

Tatsache ist, dass Christus durch meinen gelassenen Gesichtsausdruck, durch meine Ruhe in alledem verkündet wird. Jeder, der mich sieht, weiß, dass das Evangelium, das ich predige, mich durch diese harten Zeiten hindurch trägt. Es beweist, dass der Herr jeden durch jede Situation, jedes Feuer oder jede Flut, hindurch tragen kann, und sein Evangelium wird durch die Erfahrung verkündigt.“

Hier ist die Botschaft, die ich durch Paulus und Abraham höre: Wir müssen nicht unbedingt etwas Großes für den Herrn tun. Wir müssen ihm nur vertrauen. Unsere Aufgabe ist es, unser Leben in Gottes Hände zu legen und zu glauben, dass er für uns sorgen wird. Wenn wir das einfach tun, wird sein Evangelium gepredigt, ganz gleich, wie unsere Umstände sind. Und Christus wird ganz besonders in unseren größten Schwierigkeiten in uns offenbart werden.

Sam, ein Ältester in unserer Gemeinde, sagte mir einmal: „Pastor David, ich beobachte dich, wie du auf schwere Zeiten reagierst, und es ist ein Zeugnis für mich.“ Was Sam nicht erkennt, ist, dass sein Leben für mich eine Predigt ist. Er lebt mit chronischem Schmerz, der ihn jede Nacht nicht mehr als ein paar Stunden schlafen lässt. Trotz seines ständigen, bohrenden Schmerzes ist seine Hingabe an den Herrn für alle ein Zeugnis. Sam mag keinen sichtbaren Dienst haben, aber sein Leben verkündet Christus so mächtig wie die Predigten des Apostels Paulus.

Also, wird Christus in Ihrer gegenwärtigen Bedrängnis gepredigt? Sieht Ihre Familie in Ihnen das Evangelium am Werk? Oder sehen sie nur Panik, Verzweiflung und Zweifel an Gottes Treue? Wie reagieren Sie auf Ihre Bedrängnis?

Paulus schreibt: „Indem ihr das Wort des Lebens festhaltet, mir <als Grund> zum Rühmen auf den Tag Christi, dass ich nicht vergeblich gelaufen bin, auch nicht vergeblich gearbeitet habe“ (Philipper 2,16). Paulus stellte sich den Tag vor, an dem er in der Gegenwart Jesu Christi stehen würde und die Geheimnisse der Erlösung enthüllt würden.

Die Schrift sagt, dass an diesem Tag unsere Augen geöffnet werden und wir die Herrlichkeit des Herrn sehen werden, ohne Zurechtweisung durch ihn. Unsere Herzen werden angezündet werden, wenn er alle Geheimnisse des Universums aufdeckt und uns seine Macht dahinter offenbart. Plötzlich werden wir die Wirklichkeit all dessen sehen, was uns in unseren irdischen Anfechtungen verfügbar gewesen war: die Macht und die Mittel des Himmels, die schützenden Engel, die bleibende Gegenwart des Heiligen Geistes.

Während wir die Gewaltigkeit dieser Dinge sehen, wird uns der Herr sagen: „Die ganze Zeit lagerten meine Krieger um dich her, eine ganze Armee mächtiger, dir zugeteilter Boten. Du siehst, du warst nie durch Satan in Gefahr. Du hattest nie irgendeinen Grund, um deine Morgen zu fürchten.“

Dann wird Christus uns den Vater zeigen, und was für ein überwältigender Moment wird das sein. Wenn wir die Majestät unseres himmlischen Vaters sehen, werden wir seine Liebe und Fürsorge für uns völlig erkennen und plötzlich wird die Wahrheit mit ganzer Kraft zu uns gelangen: „Dies war und ist und wird für immer unser himmlischer Vater sein, wahrhaftig der große ‚ICH BIN’.“

Das ist es, warum Paulus sein Wort über Gottes Treue „festhielt“. An jenem glorreichen Tag wollte er nicht in der Gegenwart des Herrn mit dem Gedanken stehen: „Wie konnte ich so blind sein? Warum habe ich nicht völlig den Absichten meines Herrn vertraut? Alle meine Sorgen und Fragen waren vergeblich.“

Paulus ermahnt uns damit: „Ich möchte mich an diesem Tag freuen, wenn meine Augen ganz geöffnet werden. Ich möchte fähig sein, jede Offenbarung zu genießen, indem ich weiß, dass ich auf seine Verheißungen vertraute und meiner Arbeit nicht voller Zweifel nachgegangen bin. Ich möchte wissen, dass ich in all meinen Reaktionen auf meine Leiden am Wort des Lebens festhielt, dass ich einen guten Kampf kämpfte, dass ich meinen Herrn als treu befand.“

Paulus fasst es dann mit diesen Worten zusammen: „Eines aber <tue ich>: Ich vergesse, was dahinten, strecke mich aber aus nach dem, was vorn ist“ (Philipper 3,13). Kurz: Er dachte, dass es unmöglich war, seine Zukunft in die Hände des Herrn zu legen, ohne zuerst seine Vergangenheit niederzulegen. Es konnte kein Bedauern geben, kein erneutes Durchleben vergangener Sünden und Fehlschläge, kein Grübeln darüber, was hätte sein können.

Wie Paulus freue ich mich jetzt auf meine Morgen, weil ich weiß, dass sich mein Vater kümmert ... dass er sein Wort hält ... dass er alle Dinge mir zum Guten wendet ... dass er bei mir ist und mich niemals verlassen wird ... dass seine Auge auf mir ist, und seine Gedanken über mich gut sind ... dass seine Verheißungen nicht versagen können.

Ich bitte Sie inständig: Vertrauen Sie dem Herrn alle Ihre Morgen an. Und lassen Sie Ihre gegenwärtige Prüfung dazu dienen, die Botschaft seiner Treue zu predigen.

---
Bibelstellen – soweit nicht anders angegeben – nach der Elberfelder Bibel 2006. Die angegebenen Versnummern können bei einigen Bibelausgaben abweichen.

Download PDF