Wer bewacht die Haustür? | World Challenge

Wer bewacht die Haustür?

David WilkersonFebruary 7, 2000

Amerikas Kinder heute sind eine verlorene Generation. Keine andere Generation in der Geschichte ist in solch einem jungen Alter so durch Sex, Drogen, Alkohol, Habgier und Mord geplagt worden. Meine Frage ist: Wer ist schuld?

Jedermann weiß, dass etwas Schreckliches in den Schulen unserer Nation geschehen ist. Kriminalität und Gewalt sind heute so gewöhnlich, dass viele Schulgebäude jetzt Metalldetektoren haben. Jungen der siebten Klasse sind in der Lage, an Gewehre zu kommen und ihre Klassenkameraden ohne ein Bedauern niederzumähen.

Unser Erziehungssystem selbst ist widerwärtig geworden und pervertiert worden. Lehrer führen Schüler in Atheismus, Evolution, homosexuelle Lebensstile, alles erlaubende sexuelle Haltungen und antireligiöse Bigotterie ein. Ein Lehrer darf keine Bibel mehr auf seinen Tisch legen – aber er kann Literatur über Themen ausstellen, die vom Kommunismus bis zur Pornografie reichen.

Seitdem unser Gesetzeswesen Gott aus unseren Schulen ausgeschlossen hat, hat Satan sie übernommen. Doch bin ich überzeugt, dass es nicht unser verdorbenes Schulsystem ist, das unsere Kinder verdammt.

Unsere gesamte Gesellschaft erfährt einen moralischen Kollaps. Kulturelle Programme und Kunstausstellungen sind schmutzig und vulgär geworden, machen das Profane alltäglich. Selbst respektierte Führer in Regierungs- und Geschäfts-Positionen gebrauchen freiheraus eine widerwärtige Sprache. Sie verfluchen Christus und verdammen Gottes Namen, ohne überhaupt darüber nachzudenken.

Amerikas moralischer Zusammenbruch ist so akut geworden, dass sogar liberale Atheisten eingestehen, dass unsere Fundamente bedroht werden. Doch es ist nicht unsere verdorbene Gesellschaft, die unsere Kinder verdammt.

Die gesamten Medien scheinen heute dämonisch kontrolliert zu sein. MTV ist das persönliche Netzwerk des Teufels, wobei Satan selbst als Vorstandsvorsitzender präsidiert. Musikvideos sind heute zu nicht mehr geworden als zu liederlicher Pornografie mit böser, demoralisierender Lyrik.

Sie müssen sich fragen, welche Art von dämonisch besessenen Denkweisen einer ganzen Jugendgeneration eine solche Perversion aufdrängen konnte. Die Verkäufer dieses höllischen Schmutzes haben offensichtlich ihr eigenes Leben zum Wrack gemacht, und jetzt wollen sie sich mit nichts Geringerem zufrieden geben, als die nächste Generation zu ruinieren. Doch selbst die böse Musikszene ist nicht für die Verdammung unserer Jugend verantwortlich.

In der Werbung verkauft Sex alles. Kein sexueller Akt wird noch als Sünde betrachtet. Alles geht, sodass Amerika mit jeder vorübergehenden Stunde tiefer in die Ausschweifung sinkt. Und alles wird durch eine Medienwelt in geheimer Absprache mit den Kräften der Hölle gefördert. Doch so schlecht Werbeunternehmen auch geworden sind, ihnen ist nicht die Schuld für die Verdammung unserer Jugend zu geben.

Sie mögen sich nach dem Einfluss einer geistlich toten, Kompromisse machenden Kirche fragen, die weltlichen Schmutz in das Haus Gottes bringt. Viele Pastoren verleugnen heute routinemäßig die Existenz des Himmels, der Hölle und der Jungfrauengeburt. Ihre Kirchen sind zu leeren Schalen geworden, die eine Form der Gottseligkeit haben, aber keine Kraft. Und ihre Gottesdienste sind so blass geworden, dass Jugendliche scharenweise wegbleiben. Junge Menschen werden in dem Denken zurückgelassen, dass das Christentum für ihr Leben total irrelevant ist.

Viele Anbetungsleiter haben Hymnen durch Rockmusik im MTV-Stil ersetzt, die Jesus nur noch beiläufig erwähnt. Statt heilige Anbetung anzubieten, inszenieren Kirchen heute Punkrock-Konzerte, bei denen drohende, tätowierte, am Körper gepiercte Bandmitglieder sich wild drehen, wobei sie Gottes Haus mit der Musik einer zornigen Rebellion verunreinigen.

Doch so trocken und weltlich die Kompromisse machende Kirche auch geworden ist, es ist nicht die primäre Kraft, die unsere Kinder verdammt.

Viele Eltern – einschließlich Christen – geben all diesen Dingen die Schuld für die Verlorenheit unserer Jugend. Wenn ihre Kinder streunen, sich Drogen oder Alkohol zuwenden, dann toben diese Eltern gegen Schulen, die Regierung, die Medien, die Kirche, die Altersgenossen ihrer Kinder. Einige landen dabei, ihre Kinder aus öffentlichen Schulen herauszunehmen und in eine christliche Schule einzuschreiben. Aber zu oft wird die Rebellion ihrer Kinder nur schlimmer.

Selbst nichtbekehrte Eltern ergreifen solche Maßnahmen wegen ihrer Kinder. Sie wollen nichts mit Religion zu tun haben – doch schicken sie ihre Kinder in die Sonntagsschule, hoffend, dass diese ihnen einige positive Prinzipien einträufeln wird. Sie erwarten, dass in gerademal einer Stunde jede Woche die Sonntagsschullehrer ihre jungen Rebellen magisch in Engel transformieren werden. Und wenn dies nicht geschieht, dann geben jene Eltern der Kirche die Schuld an dem Chaos, das ihre Kinder nach wie vor in ihr Zuhause tragen.

Jede dieser Kräfte, die ich genannt habe, spielt eine Rolle bei der Zersetzung unserer Jugend. Aber weder Schulen, Kultur, Medien, böse Musik, noch abtrünnige Kirchen allein verursachen all den Ruin. Die Wahrheit ist: Die Verantwortung für diese Generation der Jugend ruht primär auf den Eltern. Das Zuhause ist es, in dem die meiste Saat der Rebellion und des Bösen gesät wird.

Ich muss Eltern fragen: Wissen Sie, wo Ihre Kinder sind, während Sie, nach Segen suchend, umhergehen? Verlieren Sie bei diesem Vorgang Ihre Kinder? Sie mögen bezeugen, dass Gott Sie verändert und sie wiederbelebt hat – aber wenn Ihr Haus in Unordnung ist, wobei Ihre Kinder immer noch Zeichen der Rebellion zeigen, haben Sie Gottes Bestes verpasst.

Hat die frische Berührung Gottes Ihnen eine erneuerte Bürde für Ihre Kinder gegeben? Wenn nicht, wie könnten Sie selbstsüchtig in Gottes Haus sitzen und seine Gegenwart genießen und dann nach Hause gehen, ohne über die Finsternis in Ihrem Haus besorgt zu sein?

Bitte missverstehen Sie nicht: Ich will Erweckungstreffen und göttliche Manifestationen nicht niedermachen. Ich habe selbst echte, geistliche Erweckungen und Heilig-Geist-Bewegungen erlebt. Als ein Diener des Evangeliums weiß ich, dass der Heilige Geist sich in unserem Fleisch manifestiert, um unseren Stolz zu brechen, unsere geistliche Apathie aufzudecken und unseren Geist zu erneuern. Auch gebe ich nicht den Eltern alle Schuld an der der Jugendrebellion. Es gibt andere Ursachen für ihre Weltlichkeit.

Jetzt lassen Sie mich Ihnen eine Definition für wahre Erweckung geben: Sie geschieht, wenn die Mauern und Tore des Hauses Gottes wiederhergestellt werden. Und jene Mauern schließen auch die Türen jedes christlichen Zuhauses ein. Lassen Sie mich erklären.

Als Nehemia und 43.000 andere jüdische Patrioten nach Jerusalem zurückkehrten, fanden sie die Stadt total in Ruinen liegend vor. Die Mauern waren niedergerissen und die Tore entfernt, sodass die Einwohner keinen Schutz vor ihren Feinden hatten. Und eine ganze Parade von Gegenspielern plünderte die Stadt nach Belieben aus: Sanballat, Ammoniter, Kriminelle, Diebe.

Diesen Feinden war die totale Herrschaft gegeben worden, wegen Israels Abtrünnigkeit und Ungehorsam gegenüber Gottes Wort. Nehemia schrieb: „... um unserer Sünden willen ... sie [unsere Feinde] haben Gewalt über unsere Leiber und über unser Vieh nach ihrem Belieben; wir aber sind in großer Bedrängnis“ (Nehemia 9,37).

Jerusalem ist hier ein Typus der Kirche Jesu Christi heute. Wie die Israeliten sind viele Christen unter der totalen Herrschaft der Sünde. Und die Ungerechtigkeit in Gottes Haus hat Bedrängnis und Sklaverei mit sich gebracht, wobei sie überall im Leib Christi Gift verbreitet.

Wie ist das passiert? Die Mauern der Wahrheit sind niedergerissen worden – jene schützenden Barrieren, die errichtet werden, wenn Gläubige sich auf Gottes Wort stellen. Wegen unserer Sünde und unserem Kompromiss fallen diese schützenden Tore, wobei sie eine Menge von Christen offen für Satans Macht zurücklassen.

Doch Nehemia hier repräsentiert Gottes Plan der Wiederherstellung. Dieser Mann wusste, dass für jede wahre Erweckung, die stattfinden sollte, eine sichere, schützende Mauer der Wahrheit, die Gottes Volk umgab, da sein musste.

Also, schritt Nehemia in die mauerlose Stadt und rief zu einer Erweckung der übernatürlichen Manifestationen auf? Nein. Die einzigen Manifestationen, die nach Nehemias Ankunft zu sehen waren, waren Männer und Frauen mit Spitzhacken und Schaufeln in ihren Händen. Sie taten die harte Arbeit des Wiederaufbaus der Stadtmauern und der Wiederherstellung seiner Tore. Und Nehemia leitete das alles. Dieses Werk der Restaurierung begann in dem Augenblick, als Nehemia die Bürde des Herrn wegen des Ruins in seinem Haus annahm. Als Nehemia die Bedrängnis und die Schande, an denen Gottes Volk litt, sah, fiel er weinend auf seine Knie: „Die Mauer von Jerusalem ist niedergerissen, und seine Tore sind mit Feuer verbrannt“ (Nehemia 1,3).

Was tat Nehemia als nächstes? Er fastete und betete Tag und Nacht, wobei er die Sünden Israels bekannte. „Es geschah, als ich diese Worte hörte, setzte ich mich hin, weinte und trauerte tagelang. Und ich fastete und betete vor dem Gott des Himmels“ (1,4).

Dies ist der Beginn wahrer Erweckung – wenn eine gottgefällige Nehemia-Gesellschaft die Bürde des Herrn für eine in der Sünde gefangene Kirche annimmt. Diese gottgefällige Gesellschaft fastet und betet, fleht Gott an, und beginnt, die Mauern und Tore wieder aufzubauen, die sein Volk vor jedem Feind beschützen werden.

Mauern und Tore sind zu nichts gut ohne Torhüter, die wissen, was hereingelassen werden darf und was nicht. Nehemia sagt: „Es geschah, als die Mauer <fertig>gebaut war und ich die Torflügel eingesetzt hatte, wurden die Torhüter und die Sänger und die Leviten bestimmt“ (Nehemia 7,1).

Beachten Sie, dass diese Torhüter nicht strikt Priester waren. Sie waren Laien – Musiker, Pförtner, Leute aus allen Bereichen des Lebens. Und sie wurden instruiert: „Die Tore Jerusalems sollen nicht eher geöffnet werden, als bis die Sonne heiß scheint. Und während sie <noch am Himmel> steht, soll man die Torflügel schließen. Und <dann> verriegelt sie“ (7,3).

Gott sagte damit zu seinem Volk: „Mein Haus wird ein Ort des Lichts sein, in der keine Finsternis erlaubt ist. Lasst jeden und alles, der oder das hier hereinkommt, ein offenes Buch sein, dem Licht meines Wortes ausgesetzt.“

Ich erfuhr kürzlich von einer tragischen Geschichte in die der Geistliche einer sehr großen Kirche verwickelt war. Dieser Mann war in seiner Gegend sehr bekannt und er wurde des Ehebruchs und der Veruntreuung von Kirchengeldern überführt. Einige gottgefällige Pastoren in der Gegend wurden besorgt und wandten sich an die Ältesten der Kirche des Geistlichen. Sie schlugen vor, dass dem Pastor sechs Monate freigegeben werden sollte. Und sie boten an, sich um ihn herum zu versammeln, um für Unterstützung, Disziplin, Dienst und Wiederherstellung zu sorgen – alles gemäß der Schrift.

Aber die Ältesten lehnten das Angebot ab. Sie beschlossen stattdessen, ihren Pastor zu behalten, ohne wie auch immer geartete Disziplinierung. Sie sagten den Pastoren: „Wir wollen die Predigten unseres Geistlichen nicht verpassen. Er ist ein so redegewandter Sprecher. Und nebenbei: Er ist tief im Innern ein wirklich guter Mann, ein richtiger Kumpel für uns in der Kirche. Sie wissen, wir alle haben unsere Schwächen.“

Eine Frau in der Gemeinde stimmte zu, und sagte: „Es kümmert mich nicht, was unser Pastor tat. Sein Predigen ist der einzige Weg, auf dem ich meinen nichterretteten Mann in die Kirche bekommen kann. Ich stimme dafür, dass er bleibt.“

Diese Leute hatten alle einen klaren Auftrag von Gott, als Torhüter zu handeln. Aber sie weigerten sich, ihre Tore für Finsternis zu schließen. Leider ließen sie sich durch menschliche Bande bestechen.

Ich sage zu jedem Ältesten, der diese Botschaft liest, einschließlich den Ältesten in der Times Square Church: Lassen Sie sich niemals durch Ihre enge Bindung zu irgendeinem Geistlichen Gottes Wort gegenüber blind machen. Sie wurden durch Gott ernannt, ein Wächter an den Toren seines Hauses zu sein. Und wenn irgendjemand ein Evangelium in Ihre Kirche bringt, das nicht gemäß der Schrift ist, dann ist es Ihre Pflicht, diesem Prediger liebevoll zu sagen, dass er falsch liegt.

Ich befürworte nicht, dass Älteste herrisch oder kontrollierend sein sollen. Ich habe einmal den Horror, von solch einer Gruppe misshandelt zu werden, in meiner ersten Pastorenstelle erlebt. Die geizigen Ältesten in jener Kirche hatten jeden Pastor, den sie in den vergangenen dreißig Jahren hatten, vertrieben.

Ich war erst neunzehn, als ich in dieser Kirche als Pastor anfing, und jeder Neunzehnjährige wird Fehler machen. Aber eines Tages riefen mich vier der Ältesten beiseite, setzten mich in einen Raum und beschuldigten mich, ein Diktator zu sein. Sie gingen weiter und weiter mit ihren Vorhaltungen, und ließen mich kein Wort einwerfen. Es war die schlimmste Erfahrung meines jungen Lebens.

Als es vorbei war, war alles, was ich erwidern konnte: „Gottes Wort besagt, seinen Gesalbten nicht anzutasten. Also, wenn ihr glaubt, dass der Herr mich zum Pastor dieser Kirche gesalbt hat, dann liegt ihr falsch damit, mich in dieser Weise zu beschuldigen. Ich werde euch Gott überlassen, um zu richten.“ Traurigerweise erfuhren alle vier jener Männer danach auf manche Weise das Gericht des Herrn.

Als Torhüter sollen wir die Türen zum Haus Gottes in Demut bewachen – durch Fasten, Gebet und liebevolle Besorgnis, ausgedrückt durch die Furcht Gottes.

 

Gemäß Nehemia sollten Wächter nicht nur für die Tore der heiligen Stadt bestimmt werden, sondern genauso für jedes Zuhause. Kurz: Die Oberhäupter jedes Haushaltes – das heißt, die Eltern – waren verantwortlich für alles, was in ihr Zuhause kam.

Gottes Botschaft hier ist kristallklar: Väter und Mütter, Sie haben die Verantwortung, Ihr Haus gegen jeden dämonischen Feind zu bewachen, der versucht, hereinzukommen. Dies bedeutet, Sie sind für jedes Buch, jede Aufzeichnung, jeden Freund verantwortlich, die Ihr Kind durch die Tür bringt. Sie sind auch verantwortlich für jeden Einfluss innerhalb Ihres Zuhauses, ob es Fernsehsendungen, Videos oder das Internet sind.

Ich glaube aufrichtig, dass Eltern heute mehr Weisheit und Unterscheidungsvermögen brauchen als zu irgendeiner anderen Zeit in der Geschichte. Satan hat weit mehr böse Erfindungen und subtile Verführungen, um sie gegen Gottes Volk einzusetzen. Und nur durch tägliches, eifriges Gebet und Vertiefung in Gottes Wort werden wir als Wächter über unser Heim Kraft gegen ihn haben.

Bevor ich weitergehe, möchte ich alle Alleinerziehenden ermutigen: Gott kennt Ihr Ringen damit, sowohl ein Vater als auch eine Mutter für Ihr Kind zu sein. Doch seine Aufgabe für Sie bleibt dieselbe: Sie sind der bestimmte Wächter über Ihr Haus. Sie können nicht warten, dass ein Partner hereinkommt, um diesen Job für Sie zu tun. Der Herr verheißt, Sie mit aller Gnade und Kraft zu versorgen, wenn Sie in Ihrem Heim für sein Wort aufstehen wollen.

Wenn ich an die beiden Jungen in Colorado denke, die ihre Klassenkameraden und sich selbst getötet haben, frage ich mich: Wo waren ihre Eltern? Diese Jungen machten Rohrbomben in der Familiengarage. Und ihre Zimmer waren voller Hinweise auf das, auf was sie aus waren: Hassmaterial, Drohbriefe, schwarze Mäntel und Hüte. Checkten ihre Väter sie nicht von Zeit zu Zeit durch? Gingen ihre Mütter niemals in ihre Zimmer, um sauber zu machen, und nahmen Notiz von der dämonischen Ausrüstung? Offenbar war da keine Wache an ihrer Tür.

Heute, wann immer ich Teenager mit gepiercten Zungen, dämonischen Symbolen und gespickten Haaren sehe, erkenne ich diese als bloße Symptome. Solche Kids schreien heraus: „Mama, Papa, ihr vernachlässigt mich. Ihr seid zu beschäftigt – ihr nehmt nicht einmal Notiz davon, dass ich existiere.“

Eines Tages werden wir alle vor dem Richterstuhl stehen und dem Herrn Rechenschaft ablegen, wie wir unsere Kinder aufgezogen haben. Und in diesem Augenblick wird keiner von uns in der Lage sein, Entschuldigungen anzubieten oder jemand anderem die Schuld zu geben. Deshalb müssen wir uns heute untersuchen und dabei fragen: Haben wir unsere Kinder in der Furcht und Ermahnung des Herrn erzogen? Haben wir Ihnen ein Leben der Liebe und Ehrfurcht vor Gott vorgelebt?

Ich erinnere mich, dass ich als Junge draußen spielte und dabei meine Mutter oben im dritten Stock unseres Hauses für mich beten hörte. Ihr Vorbild bleibt mir in lebhafter Erinnerung. Später, als Gwen und ich unsere Kinder erzogen, taten wir dasselbe, wobei wir für unsere Kinder gemäß den Sprüchen beteten: „Mache unsere Söhne wie Eichen neben dem Wasser des Lebens. Und mach unsere Töchter wie polierte Steine in deinem Palast. Bewahre sie vor all den Listen des Bösen.“

Jedes christliche Elternteil hat große Hoffnungen für sein Kind. Das sehe ich regelmäßig in unserer Gemeinde, wenn Eltern ihre Kinder nach vorn bringen, damit sie dem Herrn geweiht werden. Unser pastorales Kollegium betet um Gottes Liebe und Schutz über diesen Kleinen. Dann salben wir sie mit Öl und bitten den Heiligen Geist, eine Mauer aus Feuer um sie zu stellen.

Aber gelegentlich kann ich nicht umhin, mich zu fragen: Wie viele dieser kostbaren Kleinen werden irgendwann in den Klauen des Teufels landen – in Drogen, in Kriminalität –, weil ihre Mama oder ihr Papa sorglos gegenüber der geistlichen Atmosphäre in ihrem Heim wurden. Werden sie im Ruin enden, weil ihre Eltern in ihre eigenen Probleme versunken waren, ihnen niemals die nötige Aufmerksamkeit oder angemessene Disziplinierung gaben?

Mag sein Sie sind ein Elternteil, das verletzt ist, weil Ihr erwachsener Sohn oder Ihre erwachsene Tochter dem Herrn nicht mehr dient. Oder vielleicht haben Sie ein gebrochenes Herz, weil Ihr Youngster in Drogen oder Alkohol verhakt ist. Sie haben gesehen, wie Ihr einmal zartes Kind bitter und hart wurde und verloren ging.

Diese Botschaft soll Sie nicht verdammen. Niemand kann seine Vergangenheit zurücknehmen. Aber ich habe eine Frage für Sie. Wenn Sie auf Ihre Jahre der Elternschaft zurückschauen, dann fragen Sie sich: Waren Sie ein wahrer Wächter über Ihr Heim? Haben Sie Ihre Kinder täglich im Gebet gebadet? Oder waren Sie zu beschäftigt? Erlaubten Sie Ihren Kindern, Sie einzuschüchtern?

Das ist nun alles Vergangenheit. Doch es bleibt etwas, das Sie tun können: Sie haben noch immer eine Berufung zu einem Wächter, um beharrlich für die Rettung Ihres Kindes zu beten. Das stimmt – Sie können heute im Gebet ausgleichen, was Sie in vergangenen Jahren vielleicht verpasst haben könnten. Sie können noch immer Gottes Angesicht suchen, Ihr Geliebtes im Gebet baden und die Überführung des Heiligen Geistes auf es herabrufen, um es zum Kreuz zu bringen.

Ich muss Sie jedoch warnen: Wenn Ihre Kinder abtrünnig oder nichterrettet sind, dürfen Sie nicht zu ihnen predigen. Beten Sie einfach für sie. Sie können niemanden in das Königreich des Himmels nörgeln. Süchtiger auf Süchtiger hat mir gesagt: „Meine Ohren klingeln immer noch vom Geschrei meiner Mutter. Ich konnte sie den ganzen Block hinunter hören.“

Da ist keine wirkliche Kraft darin, Ihre Stimme zu erheben, denn alle Kraft ruht beim Heiligen Geist. Deshalb seien Sie ermächtigt durch Ihren Respekt vor Gottes Wort. Wenn jemand durch Ihre Tür hereinkommt, sollte er geradewegs Gottes Autorität in Ihrem Zuhause spüren, ohne dass es mit einem Wort erwähnt wird. Und bis Ihre Kinder Erwachsene werden, sind Sie der Wächter in Verantwortung, der die Autorität hat, all die Regeln festzulegen.

Die Schrift macht sehr klar, dass, wenn Sie Ihre Kinder in der Autorität des Wortes Gottes erziehen, sie in späteren Jahren nicht von diesem Training weggehen werden. Sie mögen für eine Weile, sogar für einige Jahre, davon abkommen – aber letztlich wird es sie zur Wahrheit zurückbringen.

Hier ist eine Bundesverheißung, die sich alle Eltern merken sollten. Sie lässt sich sowohl auf Kinder, die verloren gingen, als auch auf jene, die derzeit unter Ihrer Obhut stehen, anwenden:

„Aber nun höre, Jakob, mein Knecht, und Israel, den ich erwählt habe. So spricht der HERR, der dich gemacht und von Mutterleibe an dich gebildet hat, der dir hilft: Fürchte dich nicht, mein Knecht Jakob, und Jeschurun, den ich erwählt habe!

Denn ich werde Wasser gießen auf das durstige und Bäche auf das trockene <Land>. Ich werde meinen Geist ausgießen auf deine Nachkommen und meinen Segen auf deine Sprösslinge. Und sie werden aufsprossen wie Schilf zwischen Wassern, wie Pappeln an Wasserläufen“ (Jesaja 44,1-4).

Diese Verheißung an Israel gilt auch für uns heute. Ihre Worte des Trostes sind allen gegeben, die erwählt sind (siehe Vers 1) – was bedeutet: alle, die in Christus sind.

Der Herr beginnt damit, dass er uns in den Versen 1-2 sagt: „Ich bin der Herr, der dich gemacht hat, und ich kenne deinen Schmerz. Ich werde dir jetzt helfen. Du brauchst dich nicht zu fürchten. Das Wort für „Jeschurun“ in diesem Vers bedeutet „Gerechter“. Mit anderen Worten: Gott macht diese Verheißungen gegenüber seinen Gerechten – herrliche, bindende Bundesverheißungen. Die Verheißungen sind:

  • Gott wird Wasser geben, um unseren Durst zu stillen: „Ich werde Wasser gießen auf das durstige und Bäche auf das trockene <Land>“ (44,3). Hat der Herr Ihnen dieses durststillende Wort gebracht? Ist er in Ihre Trockenperiode hineingekommen und hat Sie mit seinem Geist geflutet? Trinken Sie das reine Wasser seines Wortes? Wenn dem so ist, dann sind Sie bereit, eine weitere Verheißung zu beanspruchen:
  • „Ich werde meinen Geist ausgießen auf deine Nachkommen und meinen Segen auf deine Sprösslinge. Und sie werden aufsprossen wie Schilf zwischen Wassern, wie Pappeln an Wasserläufen“ (44,3-4). Sie mögen wissen, dass Weiden schnell und hoch wachsen, und sie breiten sich weit aus. Sie sehen sie oft neben Strömen oder Gewässern wachsen. Gott sagt hier: „Weil ihr meine Erwählten seid, werde ich meinen Geist auf eure Kinder ausgießen. Und ich werde bewirken, dass sie groß und stark im Herrn werden.“

Wenn Sie diese Verse lesen und noch einmal lesen, dann dränge ich Sie, den Namen Ihres verlorenen Kindes einzusetzen. Beanspruchen Sie Gottes Verheißung an Sie, indem Sie beten: „Herr, du hast gesagt, du würdest deinen Geist auf mein Kind ausgießen. Nun segne mein Kind, Michael. Gieß deinen Geist auf mein Junges, Susanne, aus. Veranlasse beide, Durst nach deinem lebendigen Wasser zu haben.“

  • Schließlich sagt Gott, dass Ihre Kinder bezeugen werden: „Ich gehöre dem Herrn!“ (44,5). Was für eine unfassbare Verheißung! Doch diese Verheißungen sind nicht für jemanden, der lediglich sagt: „Ich gehöre Christus.“ Sie sind nur für hungernde und dürstende Eltern – jene, die täglich aus Gottes Wort trinken, regelmäßig beten , den Heiligen Geist bitten, seine Kraft und Gegenwart auf sie auszugießen.

Wenn dies Sie beschreibt, dann erflehen Sie Gottes Verheißungen. Beanspruchen Sie sie als die Ihren, und halten Sie in Ihrer Fürbitte den Herrn an sie. Baden Sie dann Ihre Familie im Gebet – und beobachten Sie, wie der Feind flieht.

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Bibelstellen – soweit nicht anders angegeben – nach der Elberfelder Bibel 2006. Die angegebenen Versnummern können bei einigen Bibelausgaben abweichen.

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