Der Herr tut etwas Neues in seiner Gemeinde | World Challenge

Der Herr tut etwas Neues in seiner Gemeinde

David Wilkerson
December 15, 2003

Der Herr tut etwas Neues in seiner Gemeinde

by David Wilkerson | December 15, 2003

Wie oft haben Sie Christen sagen hören: „Gott tut etwas Neues in seiner Gemeinde“? Das „Neue“, auf das sie sich beziehen, mag Erweckung genannt werden, Ausgießung, Heimsuchung, oder Bewegen Gottes.

Doch sehr oft stirbt dieses „Neue“ Gottes schnell wieder ab. Und wenn es einmal abgeklungen ist, kann man es nicht wiederfinden. Auf diese Weise erweist sich, dass es überhaupt kein Bewegen Gottes ist. Tatsächlich haben christliche Soziologen viele dieser so genannten Heimsuchungen mit verfolgt. Sie haben herausgefunden, dass die durchschnittliche Dauer eines solchen Ereignisses etwa fünf Jahre beträgt.

Persönlich glaube ich, dass Gott heute in seiner Gemeinde etwas Neues tut. Doch dieses große Wirken des Geistes kann nicht an einem einzelnen Ort gefunden werden. Es geschieht weltweit. Und Sie müssen nicht weit reisen, um es zu erblicken. Gottes „Neues“ ist vielleicht so nahe wie eine nahe gelegene Gemeinde.

Es gibt ein biblisches Prinzip, das jedes wahre Bewegen Gottes bestimmt. Wir finden dieses Prinzip wieder und wieder am Werk, in beiden Testamenten. Und es hat sich über Jahrhunderte der Kirchengeschichte als wahr erwiesen. Dieses Prinzip ist: Gott wird in seiner Gemeinde nichts Neues beginnen, bevor er das Alte abgeschafft hat. Wenn Jesus es tut, wird er nicht neuen Wein in alte Weinschläuche gießen.

Warum ist das so? Deshalb, weil Gott eine Auseinandersetzung mit den alten Dingen in seiner Gemeinde hat. Sehen Sie, bei jedem neuen Werk, das er erbaut, vergehen nur wenige Generationen, bis sich Apathie und Heuchelei einschleichen. Schon bald werden Gottes Leute Götzenanbeter, mit Herzen, die zum Rückfall neigen. Und schließlich entscheidet sich Gott, das alte Werk in seiner Gemeinde zu übergehen. Er verlässt es völlig, bevor er das Neue einführt.

Dieses Prinzip wurde zum ersten Mal in Schilo eingeführt. Zur Zeit der Richter etablierte Gott ein heiliges Werk in dieser Stadt. Schilo war der Ort, wo das Heiligtum des Herrn stand, das Zentrum aller religiösen Aktivität in Israel. Der Name Schilo selbst bedeutet: „das, was des Herrn ist“. Dies spricht von Dingen, die Gott repräsentieren und seine Natur und seinen Charakter offenbaren. Schilo war der Ort, an dem Gott zu seinem Volk sprach. Es war auch der Ort, an dem Samuel Gottes Stimme hörte, und wo der Herr ihm seinen Willen offenbarte.

Jedoch war Eli der Hohe Priester in Schilo und seine zwei Söhne waren Diener im Heiligtum. Eli und seine Söhne waren faul und sinnlich und wurden von Eigeninteresse verzehrt. Während ihres Dienstes erlaubten sie, dass schwere Sünde in Gottes Haus Einzug hielt. Und mit der Zeit wurde Schilo verdorben. Schon bald war Gottes Volk von Habgier, Ehebruch und Heuchelei erfüllt.

Schließlich hörte der Herr auf, in Schilo zu sprechen. Er sagte Samuel im Wesentlichen: „Schilo ist so verpestet worden, dass es nicht mehr dem entspricht, wer ich bin. Dieses Haus ist nicht länger meines. Und ich werde mir das nicht mehr bieten lassen. Ich bin damit fertig.“ So hob der Herr seine Gegenwart aus dem Heiligtum. Und er schrieb „Ikabod“ über die Tür, was bedeutet: „Die Herrlichkeit des Herrn ist dahingeschieden.“

An diesem Punkt war Schilo tot, jenseits der Wiederherstellung. Da war keine Hoffnung auf ein Wiederaufleben vergangener Herrlichkeit, keine Hoffnung auf Reformation. Gott sagte damit: „Ich habe Schilo dem Fleisch übergeben, und ich bin dabei, weiter zu gehen. Ich bin dabei, ein völlig neues Haus aufzurichten.“

Zu welcher Art Zustand muss ein Volk kommen, dass der Herr seine Gegenwart von ihm wegnimmt? Denken Sie an die Szene in Schilo: Jahrelang war niemand in dieser Gesellschaft in den Riss getreten. Niemand demütigte sich und schrie in Buße auf: „Herr, gehe nicht von uns weg.“

Stattdessen sah Gott nur ein Volk, das der Wahrheit gegenüber verhärtetet war. Diese Israeliten beachteten all die religiösen Rituale und sagten all die richtigen Dinge, aber ihre Herzen waren bei keinem von ihnen. Alle ihre Werke waren aus dem Fleisch. Und die Priesterschaft war jenseits der Erlösung. Der Hohe Priester Eli war für seinen eigenen Rückfall blind geworden. Er und seine bösen Söhne mussten gehen.

So schaffte Gott das Alte komplett ab. Und noch einmal errichtete er etwas Neues. Danach wurde der Tempel in Jerusalem als „Haus des Herrn“ bekannt. Und eine Zeit lang sprach Gott dort zu seinem Volk. Das Haus war erfüllt von Gebet, Gottes Wort wurde gepredigt und die Menschen brachten Opfer gemäß Gottes Gebot dar. Der Tempel in Jerusalem repräsentierte, wer Gott war, und er manifestierte dort seine Gegenwart. Tatsächlich erfüllte bei einer Begebenheit seine Herrlichkeit den Tempel so machtvoll, dass die Priester nicht in der Lage waren zu dienen.

Doch schließlich geriet auch dieser Dienst in den Verfall. Noch einmal setzte Verdorbenheit unter dem Volk ein. Und der Tempel in Jerusalem repräsentierte nicht mehr Gott.

Es dauert nur wenige Generationen, bis ein neues Werk Gottes zu Gleichgültigkeit und Heuchelei degeneriert. Warum ist das so? Fast immer geschieht es, weil jene im Dienst fleischgetrieben werden. Die rotglühende Leidenschaft, die ein Werk zur Geburt brachte, beginnt abzuklingen. Und mit der Zeit wird der Dienst zu einer menschlichen Institution. Leblose Routine setzt ein. Die früher einmal gebetstüchtigen Leiter verlassen sich nun auf Organisation und menschliche Fertigkeit, um das Werk am Laufen zu halten.

Einst hatten genau diese Leiter gänzlich auf Gott vertraut und er sprach zu ihnen. Aber an irgendeinem Punkt gaben sie ihre Dienerschaft zugunsten von Politik auf. Und jetzt, anstatt zu dienen, konkurrieren sie wegen Macht, Ansehen und Zahlen. Traurigerweise ist ihr Dienst nur noch zu einer verblassten Erinnerung an das, was Gott früher einmal in seiner Kraft und Wahrheit in ihrer Mitte vollbrachte, geworden.

Der Herr reagierte auf diese Art des Kompromisses zur Zeit Jeremias. Er schickte den Propheten zum Eingang des Tempels, um dort ein vernichtendes Wort zu verkünden: „Macht gut eure Wege und eure Taten, dann will ich euch an diesem Ort wohnen lassen!“ (Jeremia 7,3). Er sagte damit, mit anderen Worten: „Dieses Werk ist verdorben geworden, und nun steht der Tod vor der Tür. Aber es ist noch Zeit, es zu retten. Ich möchte nicht weggehen von ihm. Ich möchte bei euch bleiben und mich in eurer Mitte bewegen. Aber damit das geschehen kann, müsst ihr Buße tun. Ihr müsst zu eurer ersten Liebe zurückkehren.“

Dann fügte der Herr hinzu: „Verlasst euch nicht auf Lügenworte, wenn sie sagen: Der Tempel des HERRN, der Tempel des HERRN, der Tempel des HERRN ist dies!“ (7,4). Gott hatte das Volk schreien hören: „Der Herr kann diesen Tempel nicht zerstören. Er ist sein ewiges Haus. Er ist unsere Geschichte, unsere fest verwurzelte Tradition. Seht euch diese majestätischen Gebäude an. Sie stehen als Gottes Zeugnis für eine heidnische Welt. Er wird niemals aufgeben, was er hier errichtet hat.“

Aber der Herr erwiderte: „Was ist mit eurer Befleckung? Was ist mit eurem zügellosen Ehebruch? Ihr schwört falsch. Ihr beugt euch vor Götzen. Und ihr habt mein Haus zu einer Räuberhöhle gemacht. Ich sandte Propheten, um euch zu warnen, aber ihr wolltet nicht zuhören. Ich sprach zu euch, aber ihr wolltet nicht hören. Ich rief nach euch, aber ihr wolltet nicht antworten.“

Nun wies Gott sie an: „Geht doch hin zu meinem <Anbetungs>ort, der in Silo war, wo ich früher meinen Namen wohnen ließ, und seht, was ich mit ihm getan habe wegen der Bosheit meines Volkes Israel!“ (7,12). Er drängte: „Kommt, all ihr Pastoren, Hirten und Priester. Holt eure Bibeln heraus und seht selbst, auf welche Weise ich handle. Schaut zurück auf mein Haus in Schilo. Ich hatte diese Gemeinde etabliert und meinen Namen auf sie gelegt. Aber das Volk lehnte meine Propheten ab. Und sie vertrauten stattdessen auf ihre eigenen Wege. Also habe ich das Alte komplett verworfen.

Nun bin ich dabei, es wieder zu tun. Ihr seid genauso wie Schilo. Ihr habt Sünde und Verdorbenheit in meinem Haus erlaubt. Ihr seid in euren Wegen so degeneriert, dass ihr mich nicht länger repräsentiert. Schaut euch um: Wer ist in den Riss getreten? Wer schreit mit einem bußfertigen Herzen auf? Ich sehe Apathie und Kompromiss. Mein Wort warnt klar davor, dass ich meine Gegenwart von Schilo weghob. Und nun werde ich von euch weggehen. Ich bin dabei, meine Herrlichkeit aus eurer Mitte wegzunehmen.“

„So werde ich mit diesem Haus, über dem mein Name ausgerufen ist, worauf ihr euch verlasst, und mit dem Ort, den ich euch und euren Vätern gegeben, ebenso verfahren, wie ich mit Silo verfahren bin. Und ich werde euch von meinem Angesicht verwerfen, so wie ich alle eure Brüder, alle Nachkommen Ephraims verworfen habe“ (Jeremia 7,14-15).

Noch einmal sagte Gott: „Das Alte ist vorbei, beendet. Ihr repräsentiert mich nicht länger. Ich werde nun ein Volk haben, das mich der Welt so darstellt, wie ich wirklich bin. Ich habe etwas völlig Neues im Sinn.“

Der Herr schloss mit dieser Erklärung: „Du aber, bitte nicht für dieses Volk und erhebe weder Flehen noch Gebet für sie und dringe nicht in mich! Denn ich werde nicht auf dich hören“ (7,16). Damit sagte er: „Halte dich nicht damit auf, für dieses alte Werk zu beten. Es ist tot und vergangen, jenseits aller Hoffnung auf Wiederaufleben.“

Jesus stand im letzten Tempel und lud alle ein, unter seine barmherzigen Flügel des Schutzes zu kommen. Er rief nach den Blinden, den Kranken, den Aussätzigen, den Armen, den Verlorenen, zu ihm zu kommen und Heilung und Vergebung zu finden. Aber die religiöse Menge lehnte sein Angebot ab. Also bezeugte Christus ihnen: „Ihr habt nicht gewollt“ (Matthäus 23,37).

Wenn ich das lese, taucht eine Frage auf: Würde Gott hier im Neuen Testament mit einem alten Werk auf dieselbe Weise verfahren, wie er es im Alten Testament tat? Würde er das Alte aufgeben und etwas Neues errichten? Würde er das ablegen, das seine Angebote der Gnade, Barmherzigkeit und Erweckung abgelehnt hat?

Ja, er würde. Jesus antwortete jenen, die ihn ablehnten, indem er sagte: „Siehe, euer Haus wird euch öde gelassen“ (23,38). Er sagte ihnen: „Dieser Tempel ist jetzt euer Haus, nicht meines. Ich verlasse es. Und ich verlasse das, was ihr vergeudet und im Stich gelassen habt.“

Dann fügte er hinzu: „Ich sage euch: Ihr werdet mich von jetzt an nicht sehen, bis ihr sprecht: »Gepriesen <sei>, der da kommt im Namen des Herrn!«“ (23,39). Damit erklärte er ihnen: „Meine Herrlichkeit ist nicht länger in diesem alten Werk. Ich habe es jetzt verworfen. Und der Rest eures religiösen Lebens wird ohne Gottes Gegenwart geführt werden. Ich übergebe dieses alte Werk eurem Fleisch. Eure Hirten werden keine geistlichen Männer sein, sondern Diener des Fleisches.“

Die Jünger konnten Jesu Worte nicht glauben. Sie drängten ihn: „Meister, sieh auf die Pracht des Tempels, die eindrucksvollen Bauwerke. Denke an seine Geschichte, an die Jahrhunderte der Tradition. Dies kann unmöglich als Ruine hinterlassen werden. Sagst du, dass es vorbei ist?“ Jesus antwortete: „Ja, es ist vorbei. Dieses alte Werk ist am Ende. Es ist tot und vergangen in meinen Augen. Ich werde jetzt etwas Neues schaffen.“

Denken Sie darüber nach: Hier stand die personifizierte Barmherzigkeit und Gnade und sagte: „Dieses Alte ist nicht mehr mein. Ich hinterlasse es jetzt vollkommen öde. Es hat absolut keine Chance mehr, wiederbelebt zu werden. Dann bewegte sich Jesus weiter zum Pfingstfest, zum Beginn von etwas Neuem. Er war dabei, eine neue Gemeinde zu errichten und keine Replik der alten. Und er würde sie von Grund auf brandneu machen. Es würde eine Gemeinde neuer Priester und Menschen sein, die alle in ihm wiedergeboren sein würden.

Inzwischen würde sich das Werk weiterschleppen. Menschenmengen würden immer noch zum Tempel kommen, um ihre toten Rituale auszuüben. Hirten würden weiter die Armen berauben, Ehebrecher weiter nach Belieben sündigen und Menschen würden in den Götzendienst abdriften. Jeden Tag würde das alte Werk zunehmend trockener und schwächer werden. Warum, fragen Sie? Gottes Gegenwart war nicht mehr darin.

Dies führt uns zur Gemeinde der Gegenwart. Lassen Sie mich fragen: Ist das, was Sie in der Gemeinde heute sehen, repräsentativ dafür, wer Jesus ist? Denken Sie an all die Denominationen und Bewegungen, wo alles in Verbindung mit dem Namen Christi gebracht wird. Ist das, was wir sehen, wirklich die triumphierende Kirche, die fleckenlose Braut Christi? Offenbart sie einer verlorenen Welt die eigentliche Natur Gottes? Ist dies das Beste, was Gottes Geist in diesen letzten Tagen schaffen kann?

Oder ist die moderne sichtbare Gemeinde zum Alten geworden? Ist sie verseucht worden, und wankt ganz am Rand dessen, durch ein neues Werk ersetzt zu werden? Kurz gesagt: Wird Gott ein letztes Mal wechseln, bevor Jesus wiederkommt? Wird er aufgeben, was verdorben geworden ist, und eine letzte, glorreiche Gemeinde aufrichten?

Ja, ich glaube er wird. Jesaja sagt uns: „Das Frühere, siehe, es ist eingetroffen, und Neues verkündige ich. Bevor es aufsprosst, lasse ich es euch hören“ (Jesaja 42,9).

Die Gemeinde, wie wir sie heute kennen, begann mit Buße. Als Petrus an Pfingsten das Kreuz predigte, kamen Tausende zu Jesus. Die neue Gemeinde war aus einem einzigen Leib gebildet, bestehend aus allen Rassen, erfüllt mit Liebe füreinander. Ihr gemeinschaftliches Leben war geprägt von Evangelisation, einem Geist der Aufopferung, sogar des Märtyrertums.

Dieser wunderbare Anfang spiegelt Worte Gottes an Jeremia wider: „Ich hatte dich gepflanzt als Edelrebe, lauter echtes Gewächs“ (Jeremia 2,21). Aber die folgenden Worte beschreiben, was solchen Werken oft geschieht: „Aber wie hast du dich mir verwandelt in entartete <Reben> eines fremdartigen Weinstocks!“ (2,21). Gott sagte damit: „Ich habe dich richtig gepflanzt. Du warst mein, trugst meinen Namen und meine Natur. Aber jetzt bist du degeneriert.“

Was verursachte diesen Niedergang in der Gemeinde? Die Ursache war immer Götzendienst und wird es immer sein. Gott spricht von Götzendienst, als er zu Jeremia sagt: „Mein Volk hat seine Herrlichkeit vertauscht gegen das, was nichts nützt“ (2,11). Götzendienst verwüstete Schilo, er verwüstete den Tempel und er hat auch die heutige Gemeinde verpestet. Er ist immer der Urgrund für Gottes Weggehen von etwas Altem, um etwas Neues zu beginnen.

In Hesekiel 14 kamen einige Älteste zum Propheten, um den Herrn zu befragen. Sie wollten wissen: „Was sagt Gott seinem Volk heute?“ Aber der Herr antwortete Hesekiel: „Diese Männer haben ihre Götzen in ihrem Herzen aufkommen lassen und den Anstoß zu ihrer Schuld vor ihr Gesicht gestellt. Sollte ich mich da etwa von ihnen befragen lassen?“ (Hesekiel 14,3). Damit sagte er, mit anderen Worten: „Sie sind hierhergekommen, als ob sie mich wirklich suchen. Aber in ihren Herzen verbergen sie böse Götzen. Warum sollte ich ihnen antworten?“

Die christliche Lehre heute identifiziert einen Götzen meist als etwas, das zwischen Gottes Volk und ihn selbst tritt. Er ist das, was uns von ihm wegzieht. Doch das ist nur eine teilweise Beschreibung von Götzendienst. Schließlich waren die Ältesten, die zu Hesekiel kamen, nicht durch ihre Götzen abgehalten worden.

Götzendienst hat mit einer viel tieferen Herzenssache zu tun. Die Wahrheit ist: Götzendienst kann in Gottes Haus stark zunehmen aber total unerkannt bleiben. Das ist es, was der Herr meinte, als er sagte, dass diese Ältesten einen „Anstoß zu ihrer Schuld vor ihr Gesicht gestellt“ hatten (14,3). Der Stolperstein ist jede Lehre, die einen Götzen rechtfertigt. Und es macht Gottes Volk blind für seine Sünde.

Das ist exakt das, was in der heutigen Gemeinde geschehen ist. Der Götze Nummer eins unter Gottes Volk ist nicht Ehebruch, Pornografie oder Alkohol. Es ist eine viel mächtigere Begierde. Wer ist dieser Götze? Er ist der triebhafte Ehrgeiz, Erfolg zu haben. Und er hat sogar eine Lehre, um ihn zu rechtfertigen.

Der Götzendienst, erfolgreich zu sein, beschreibt heute viele Menschen in Gottes Haus. Diese Leute sind aufrecht, moralisch rein, voll guter Werke. Aber sie haben einen Götzen des Ehrgeizes in ihren Herzen aufgestellt und können ihn nicht abschütteln.

Tragischerweise war das derselbe treibende Geist hinter Baal und Moloch: zu prosperieren und erfolgreich zu sein. Und heute hat dieser Geist das Evangelium Jesu Christi weltweit verunreinigt. Er präsentiert sich selbst als ein Geist des Segens, aber es ist eine Verdrehung des Segens, den Gott für seine Kirche beabsichtigt. Und er lässt Millionen im Glauben Schiffbruch erleiden.

Dieser Geist schmeckt auch nach Postmodernismus. Einer der Grundsätze des Postmodernismus ist, dass die Gemeinschaft dem Einzelnen Sinn und Wert verleiht. Einfach ausgedrückt: Ihr Erfolg und Ihre Annahme werden nach den Maßstäben der Welt bemessen. Als Ergebnis messen viele Christen ihren Selbstwert nach ihrer Karriere, ihren Besitztümern, ihrem Gehaltsscheck.

Nun schleicht sich postmoderne Theologie auch in die Leiterschaft der Gemeinde ein. Pastoren und Evangelisten schlucken die Lüge, dass die ihnen Gleichgestellten bestimmen, wie erfolgreich sie sind. Das ist es, weshalb Erfolg in der Gemeindearbeit die Bedeutung bekommen hat, gewaltige Teilnehmerzahlen, große Gebäude und fette Budgets zu haben. Und das ist es, warum Geistliche gezwungen sind, sich selbst und ihre Gemeinden anzutreiben, um diese Dinge zu erreichen.

Ich sage Ihnen, dies ist nicht die Gemeinde, zu der Jesus zurückkommt, um sie zu seiner Braut zu machen. Diese postmoderne, materialistische, fleischgetriebene Institution ist alt und verdorben geworden. Und sie ist schon in den Wehen des Todes.

Viele junge Pastoren in aller Welt spüren das. Sie haben das Alte mit seinen Zänkereien und internen Machtkämpfen der Denominationen satt. Sie wollen damit nichts zu tun haben. Sie lehnen den Drang nach Größe und Berühmtheit ab. Stattdessen kehren sie zurück zur zentralen Bedeutung Christi, zurück zur Suche nach Gott, zurück dazu, nach Wahrheit zu hungern. Und sie spüren, dass ein frisches, neues Werk in der Luft liegt.

„Das Frühere, siehe, es ist eingetroffen, und Neues verkündige ich. Bevor es aufsprosst, lasse ich es euch hören“ (Jesaja 42,9).

Gott ist dabei, etwas Neues zu tun. Und dieses neue Werk wird so herrlich sein, dass es sein Volk veranlassen wird, ihn wie nie zuvor zu preisen: „Singt dem HERRN ein neues Lied, seinen Ruhm vom Ende der Erde: Es brause das Meer und seine Fülle, die Inseln und ihre Bewohner!“ (42,10). Gott sagt uns damit: „Lasst mein Volk weltweit mein Lob singen. Lasst mich ein neues Lied hören von den Seeleuten auf dem Meer, von den Menschen in jeder Nation, von all den Ländern der Erde.“

Wir wissen, dass in diesen letzten Tagen Satan mit grimmiger Wut herab auf die Erde kommt (siehe Offenbarung 12,12). Er ist voll großen Zorns, weil er weiß, dass seine Zeit kurz ist. Und er wird eine Flut von Bosheit gegen die Gemeinde senden. Aber Gott erklärt: „Lasst mein Volk wissen, dass der Löwe von Juda dabei ist, herabzukommen, mit der ganzen Macht des Himmels. Der Erlöser kommt nach Zion!“

Glauben Sie auch nicht eine Minute, dass Gott Satan erlauben wird, seine Gemeinde zu kontrollieren und seine Kinder zu verwüsten. Die Pforten der Hölle werden nicht die Oberhand über den Leib Christi gewinnen. Und ich glaube, dass der Herr gerade jetzt auf dem Weg nach Zion ist, um sein Volk heimzusuchen.

So wie er es mit Sodom tat, kommt der Herr, um zu reinigen. Und diese Zeit der Reinigung wird bei seiner Gemeinde beginnen. Gerade jetzt beginnt der Herr, die Spreu in seinem Haus zu verbrennen. Und er wird etwas Neues tun. Die Schrift sagt uns: „Der HERR zieht aus wie ein Held, wie ein Kriegsmann weckt er den Eifer. Er erhebt einen Schlachtruf, ja, ein gellendes Feldgeschrei, er beweist sich als Held gegen seine Feinde“ (Jesaja 42,13).

Warum kommt Jesus mit einem so mächtigen Brüllen? Und was wird er da schreien? Er wird aus Eifersucht um sein Volk aufschreien. Sehen Sie, unser Herr befindet sich gerade jetzt in einer eifersüchtigen Befindlichkeit wegen seiner Gemeinde. Und hier ist sein eifersüchtiger Schrei: „Seit ewigen <Zeiten> habe ich geschwiegen, war still, habe an mich gehalten. Wie eine Gebärende will ich <nun> stöhnen, schnauben und <nach Luft> schnappen zugleich“ (Jesaja 42,14).

Was bedeutet das? Warum würde Jesus schreien wie eine Frau in den Wehen? Der Herr sagt uns damit, dass er dabei ist, etwas Neues zur Geburt zu bringen. Während Satan tobt und eine Vielzahl in die Irre führt, sagt Gott seinem Volk: „Etwas Neues, Heiliges wird gerade vor Satans Nase geboren. Es ist eine Gemeinde, die er nicht täuschen kann. Es ist die überwindende Gemeinde ohne Flecken und Runzeln.“

Bis jetzt ist der Herr still gewesen. Er hat seinen Zorn zurückgehalten, während falsche Lehren, falsche Propheten und Wölfe im Schafspelz eine Vielzahl im Leib Christi Schiffbruch erleiden ließen. Doch nun lässt Gott seine Stimme hören. Er sagt uns:

„Hirten haben mein Haus in einen Hort der Bosheit verwandelt. Doch ich habe die Ruhe behalten. Materialistische Prediger haben meine Gemeinde in aller Welt mit abscheulichen Lehrern verdorben. Doch ich bin still geblieben. Ich bin stumm gewesen, als Megagemeinden das Ärgernis des Kreuzes aus ihren Versammlungen entfernt haben. Ich habe mich zurückgehalten, als selbstgefällige Hirten den Komödianten und Entertainern erlaubten, Heiterkeit und Frivolität in mein heiliges Haus zu bringen.

Aber nie wieder! Jetzt bin ich aufgewühlt. Und ich komme herab zu meinem Haus, um es zu reinigen, bevor ich wegen meiner Braut zurückkehre. Seid gewarnt: Ich komme zu euch mit einer heiligen Eifersucht. Und ich werde alle diese falschen Lehren vernichten. Ich werde jeden Räuber und Dieb ruinieren, der meine Kanzeln ausgefüllt hat. Ich werde ihre Quellen austrocknen und ihre Geldströme versiegen lassen.“

„Ich will Berge und Hügel ausdörren und all ihr Kraut vertrocknen lassen. Und ich will Ströme zu Inseln machen und Teiche trockenlegen. Es weichen zurück, es werden völlig zuschanden <alle>, die auf ein Götterbild vertrauen, die zum gegossenen Bild sagen: Ihr seid unsere Götter“ (Jesaja 42,15.17).

Geliebte, dies ist das Neue, das Gott in seiner Gemeinde tut. Er sagt: „Ich werde jeden Dienst zerstören und verschlingen, der aus dem Fleisch ist, der aus Reklameschwindel und Materialismus besteht. Und ich werde Hirten nach meinem eigenen Herzen erwecken, treue Diener, die mich kennen. Ich werde alle falschen Evangelien zerstören und jeden Irrlehrer verwirren und beschämen.

Doch ich werde jene Millionen aufrichtiger Menschen, die durch Irrlehren getäuscht wurden, nicht verlassen. Sie wussten es nicht besser. Und nun werden sie mein reines Evangelium hören. Wenn sie es hören, werden sie Buße tun und sich über das seichte, frivole Evangelium schämen, das sie in die Irre geführt hat. Ich werde sie in die Wahrheit leiten.“

„Ich will die Blinden auf einem Weg gehen lassen, den sie nicht kennen, auf Pfaden, die sie nicht kennen, will ich sie schreiten lassen. Die Finsternis vor ihnen will ich zum Licht machen und das Holperige zur Ebene. Das sind die Dinge, die ich tun und von denen ich nicht ablassen werde“ (42,16).

Was für eine unfassbare Verheißung. Wir sehen jetzt, warum Jesaja prophezeit: „ Die Wildnis und die Städte darin sollen ihre Stimme erheben … Die Bewohner des Felsens sollen singen, sie sollen rufen vom Gipfel der Berge! Sie sollen dem Herrn Ruhm geben und sein Lob auf den Inseln verkündigen!“ (42,11-12; a. d. englischen King James Version).

Liebe Heilige, Gott tut gerade jetzt etwas Neues. Er ruft sein Volk noch einmal auf, alle Götzen aufzugeben und den Felsen, Jesus Christus, zu ihrem Wohnsitz zu machen. Ich dränge Sie: Seien sie bereit, seinem Schrei zu gehorchen: „Die Bewohner des Felsens sollen singen!“

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Bibelstellen – soweit nicht anders angegeben – nach der Elberfelder Bibel 2006. Die angegebenen Versnummern können bei einigen Bibelausgaben abweichen.

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