Die überwindende Kraft des Heiligen Geistes freisetzen | World Challenge

Die überwindende Kraft des Heiligen Geistes freisetzen

David Wilkerson
June 19, 2017

Ich möchte Ihnen von zwei Männern erzählten, die ich kannte. Beide waren vor ihrer Bekehrung drogen und alkoholabhängig und hatten damals ein furchtbares Leben geführt. Beide waren verheiratet und hatten Kinder – und in der Zeit ihrer Sucht hatten sie auch Probleme mit sexueller Begierde, Pornografie und Ehebruch. Sie waren Heuchler, die versuchten, alles vor ihren Frauen und Familien zu verbergen, um mit ihrem Lebensstil weitermachen zu können.

Doch beide Männer kamen zur Times Square Church und gaben ihr Leben Jesus. Unter Tränen bekannten sie ihre vielen Sünden und bezeugten, dass sie wiedergeboren waren. Außerdem war jeder von ihnen bereit, alles hinter sich zu lassen und für neun Monate in unser Drogen-Rehabilitationsprogramm zu kommen, das ganz auf Christus ausgerichtet ist.

Keiner der beiden Männer hatte früher etwas über den Herrn gewusst. Doch sobald sie in unser Programm einstiegen, schien einer der beiden sofort große Fortschritte zu machen. Er war sehr kooperativ und befolgte alle Regeln des Programms. Und er hatte stets ein Lächeln im Gesicht. Bei den Gottesdiensten beteiligte er sich begeistert am Lobpreis. Als ich ihn in dieser Phase beobachtete, dachte ich unweigerlich: „Dieser Bekehrte wird wirklich zu einem Mann Gottes. Er macht große Fortschritte und überholt alle anderen.“ Doch über den anderen Mann machte ich mir Sorgen. Er schien immer niedergeschlagen und deprimiert. Und es fiel ihm sehr schwer, die Regeln des Programms einzuhalten. Immer wieder rang er mit seinem neuen Glauben und schien nie zu einem bleibenden Frieden zu kommen. Man sah ihn auch nie lächeln, sondern er schien immer in tiefer Reue niedergedrückt zu sein. In jedem Gottesdienst weinte er und schien nicht einmal den Kopf zu heben.

Doch der Herr sah etwas in diesem armen, ständig ringenden Suchtkranken, das ich nicht wahrnahm. Er sah in ihm ein Herz, das ganz darauf aus war, Gott zu folgen. Wie sich herausstellte, hatte dieser Mann so sehr zu kämpfen, weil er entschlossen war, dem Herrn alles zu geben, aber wusste, dass noch so vieles in seinem Herzen im Wege stand. In den Gottesdiensten hielt er den Kopf gesenkt, weil der Heilige Geist ihn von Sünde in seinem Leben überführte und er tief betroffen und voller Reue war. Er konnte nicht fröhlich sein, weil das, was er in sich erkannte, ihn bedrückte.

Nach dieser Erfahrung betete ich: “Herr, die Veränderungen, die du in diesem Mann bewirkt hast, sind unfassbar. Er hat solche Kraft in seinem Leben. Er hat den Sieg über seine schlechten Angewohnheiten – er hat keine Probleme mehr mit sexueller Begierde und kein Verlangen mehr nach Drogen. Dein Heiliger Geist hat in ihm so viel Raum, mächtig zu wirken! Was hast du in ihm gesehen, das ihn zur Freisetzung einer solchen Macht über die Sünde qualifiziert hat?“

Ich hatte einen tiefen, brennenden Hunger, zu erfahren, welche Voraussetzungen nötig sind, damit der Heilige Geist seine mächtige Kraft in unserem Leben freisetzen kann. Wenn seine Kraft, die uns verheißen ist, nicht in uns freigesetzt wird, was verhindert es? Was möchte Gott in uns sehen, bevor eine solche Freisetzung geschehen kann?

Ich bin zu der überzeugung gekommen, dass drei Voraussetzungen nötig sind, bevor die Kraft des Heiligen Geistes in einem Christen freigesetzt wird. Wir werden die Kraft des Heiligen Geistes in unserem Leben erst dann erfahren, wenn diese Voraussetzungen gegeben sind.

Die erste Voraussetzung ist ein Herz, das ganz auf den Herrn gerichtet ist.

In Apostelgeschichte 8 lesen wir von einem Mann, der diese drei Voraussetzungen alle erfüllte. Er war ein äthiopischer Staatsmann, der von einer religiösen Veranstaltung in Jerusalem zurückkehrte. Zu Beginn dieses Berichts sitzt er gerade hinten in einem Pferdewagen, der durch die Wüste Gaza zieht. „…Und siehe, ein Mann aus Äthiopien, ein Kämmerer und Mächtiger am Hof der Kandake, der Königin von Äthiopien, ihr Schatzmeister, war nach Jerusalem gekommen, um anzubeten. Nun zog er wieder heim und saß auf seinem Wagen und las den Propheten Jesaja“ (Apg 8,27-28).

Offenbar war das ein Mann, der aufmerksam Gottes Wort studierte. Er war zwar geistlich blind, hatte jedoch einen tiefen Hunger nach Wahrheit. Und als er nun im Buch Jesaja das 53. Kapitel las, wollte er unbedingt verstehen, wovon der Prophet sprach. Ich kann fest behaupten, dass dieser Äthiopier ein Herz hatte, das Gott völlig hingegeben war. Wie ich mir da so sicher sein kann? Ich weiß es, weil er Gottes Wort studierte – er fragte, forschte, suchte nach dem Lamm des Lebens!

Und nun frage ich Sie – wonach suchen Sie in Ihrem Leben mit dem Herrn? Suchen Sie nach einer bestimmten Erfahrung? Suchen Sie nach etwas, das ein Mensch Ihnen durch Handauflegung geben kann – während Sie gleichzeitig Gottes Wort in Ihrem Leben vernachlässigen? Die Kraft des Heiligen Geistes kann in Ihnen nicht freigesetzt werden, wenn Sie nicht einen aufrichtigen Hunger nach der Milch und der festen Speise der Bibel entwickeln. Sie müssen genauso nach Gottes Wort hungern, wie dieser äthiopische Staatsbeamte!

David schrieb: „Lass meinen Gang in deinem Wort fest sein“ (Psalm 119,133); „Mein Herz fürchtet sich nur vor deinen Worten“ (Vers 161); „Du hast dein Wort herrlich gemacht um deines Namens willen“ (Psalm 138,2). Sie können keine Ehrfurcht vor Gottes Wort haben oder Ihre Schritte von ihm festigen lassen, wenn Sie nicht Ihre Bibel aufschlagen! Das ist einer der Gründer, warum so viele Christen heute in Sünde gebunden sind und nicht zur Freiheit gelangen können. Sie kennen Gottes Wort nur sehr wenig.

In vielen Gemeinden nehmen Menschen die Verkündigung des Wortes einfach nur hin. Eine klare Lehre wollen sie nicht hören. Sie wollen lieber Wunder, Zeichen und Spannung und sprechen nur über die Kraft Gottes. Oft hört man von ihnen Äußerungen wie: „In dem Gottesdienst von Pastor Soundso war so eine Kraft spürbar. Diese Vollmacht brauchen wir auch in unserer Gemeinde.“ Doch sie wissen nichts von der wahren Kraft Gottes, weil sie die Heiligen Schriften nicht kennen! Jesus sagte zu den Sadduzäern: „Ihr irrt, weil ihr weder die Schrift kennt noch die Kraft Gottes“ (Mt 22,29).

Der Verfasser des Hebräerbriefs beschreibt die wahre Kraft Gottes. Er sagt, dass Gottes Wort ganz von ihr erfüllt ist: „Denn das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens“ (Hebräer 4,12). Das ist wahre Kraft – dass das Wort Gottes Ihr Herz zutiefst erkennt!

Die zweite Voraussetzung ist das Bedürfnis, Gott in jeder Hinsicht zu gehorchen.

Der äthiopische Staatsbeamte ist ein klares Beispiel dafür. Er war immer noch blind für geistliche Dinge, weil er noch keine Offenbarung Jesu erfahren hatte. Doch sein späteres Verhalten beweist, dass sein Herz ganz darauf ausgerichtet war, Gott zu gehorchen.

Als Gottes Augen die Erde durchstreiften und nach einem Herzen suchten, das für ihn offen war, fiel sein Blick auf diese einsame Gestalt in der Wüste Gaza. Und als er diesen Mann sah, der begierig in der Heiligen Schrift las – hungrig, Gott zu erkennen, und bereit, Gottes Wort zu befolgen – handelte er sofort! Plötzlich, wird uns gesagt, erschien ein Engel Philippus und gab ihm den Auftrag, die Erweckung in Samarien zu verlassen und in die Wüste zu gehen. „Der Geist aber sprach zu Philippus: Geh hin und halte dich zu diesem Wagen!“ (Apg 8,29).

Da brach Philippus auf und ging in die Wüste Gaza. Und als der Wagen nahte, sagte der Heilige Geist zu ihm: „Geh zu dem Wagen, Philippus, und stelle dich vor!“ Also ging Philippus hin und fragte den Äthiopier sofort: „Verstehst du auch, was du liest?“ (Vers 30).

Der Staatsbeamte antwortete: „Wie kann ich es verstehen, wenn nicht jemand es mir erklärt?“ „Oh, ich kann es dir erklären,“ erwiderte Philippus. Und er begann, unter der Salbung des Heiligen Geistes Christus zu predigen. Er erklärte diesem Staatsbeamten, dass Jesus das Lamm war – dass Christus gekreuzigt und begraben wurde und vom Tod auferstand – und dass alle, die ihre Sünden bekennen, an Jesus glauben und sich taufen lassen, von ihren Sünden errettet sind und das ewige Leben empfangen.

Der Staatsbeamte fragte: „Du sagst, dass Jesus das Lamm war? Und wenn ich an ihn glaube, ihm gehorche und mich taufen lasse, werde ich errettet? Dann muss ich getauft werden, Philippus. Sieh doch – da ist ein Teich. Was hindert mich daran, sein Wort auf der Stelle zu befolgen?“

Der Äthiopier sagte mit anderen Worten: „Bruder Philippus, zeige mir doch, ob irgendetwas mich daran hindert, Gott zu gehorchen. Decke alles auf. Ich will von meiner Sünde und von jeder Gefangenschaft frei werden. Ich will alles, was der Herr für mich bereit hält. Ich will, dass nichts mich davon abhält, das zu tun, was er befiehlt!“

Geliebte, das ist genau die Voraussetzung, nach der Gott sucht! Das ist die Voraussetzung, die wir brauchen, damit die Kraft des Heiligen Geistes in uns freigesetzt wird: eine Bereitschaft, dem Herrn auf der Stelle zu gehorchen! Da gibt es keinen hinausgezögerten Gehorsam, kein Warten auf einen günstigeren Moment, keine halbherzige Hingabe. Diese Hingabe wird in den Worten des Äthiopiers zusammengefasst: „Herr, ich will dir jetzt gehorchen. Ich will Freiheit, um jetzt den Sieg zu haben. Ich will keinen weiteren Tag mehr in der Gefangenschaft der Sünde leben. Beseitige jedes Hindernis, Herr. Ich möchte in deiner Auferstehungskraft leben!“

Die dritte Voraussetzung ist ein Schritt im Glauben.

„Und er ließ den Wagen halten und beide stiegen in das Wasser hinab, Philippus und der Kämmerer, und er taufte ihn“ (Apg 8,38). Philippus ging gern auf die Bitte des Äthiopiers ein, ihn zu taufen. Doch sobald die beiden Männer aus dem Wasser stiegen, verschwand Philippus plötzlich. „[da] entrückte der Geist des Herrn den Philippus und der Kämmerer sah ihn nicht mehr“ (Vers 39).

Vielleicht wundern Sie sich, während Sie das lesen: „Moment mal! Die beiden sind in einer Wüste. Da ist weit und breit niemand zu sehen. Aber als sie aus dem Wasser kommen, ist einer plötzlich verschwunden. Und die Bibel sagt dazu nichts weiter als: ‚Der Kämmerer zog weiter‘?“

In diesem Abschnitt werden zwei Punkte betont. Erstens möchte Gott, dass wir uns auf die Hauptperson konzentrieren – den Äthiopier. Schließlich handelt diese Geschichte von dem Werk, das der Heilige Geist in diesem hungrigen, suchenden Mann tat. Und zweitens möchte Gott uns zeigen, wie er auf übernatürliche Weise die Kraft seines Geistes freisetzt, wenn er ein Herz vorfindet, wie das des Kämmerers.

Der Heilige Geist kennt Ihr Herz. Er weiß, dass Sie frei werden und ihm in allen Dingen gehorchen wollen. Wenn Sie ihm einfach vertrauen, dass er Sie führen wird, und treu Tag für Tag nach seinen Weisungen handeln, wird er Sie beständig leiten.

Ich kann Ihnen die Autorität der Bibel versichern: Wenn Sie Ihr Herz darauf richten, Gottes Wort zu erforschen und zu studieren, und wenn Sie bereit sind, jedem Gebot Gottes sofort zu gehorchen, wird sein Geist Ihnen eine klare Führung für Ihr Leben geben. Und selbst wenn die Heere des Feindes wie eine Flut auf Sie zukommen – wenn es so scheint, als würden die dämonischen Mächte Sie wegreißen – können Sie darauf vertrauen, dass Gott Ihnen genau sagen wird, was Sie tun sollen. Er kennt jeden Schritt, der vor Ihnen liegt. Und er wird Sie nicht enttäuschen!

Der Heilige Geist ist bereit, mit seiner leisen, sanften Stimme zu Ihnen zu sprechen. Sie brauchen nicht länger in Depression zu leben. Sie müssen nicht von einer Erweckungsveranstaltung zur anderen zu laufen, um Befreiung zu finden, nur um Jahr für Jahr doch dieselben Tränen zu weinen. Der Heilige Geist hat ein Wort für Sie. Und Sie brauchen keinen Pastor, Seelsorger, Lehrer oder Psychologen, um dieses Wort zu empfangen. Der Heilige Geist selbst spricht es Ihnen zu!

Er gibt Ihnen keine Anweisungen für morgen, sondern einfach für heute. Und wenn Sie heute sein Wort befolgen, wird er morgen wieder zu Ihnen sprechen. „Und wenn ihr zur Rechten oder zur Linken gehen wollt, werden deine Ohren hinter dir das Wort hören: Dies ist der Weg; den geht!“ (Jesaja 30,21). Machen Sie sich bereit, die Stimme des Geistes Gottes zu vernehmen – der Ihnen Befreiung zuspricht!

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