Die Vollmacht beanspruchen, die in Christus ist | World Challenge

Die Vollmacht beanspruchen, die in Christus ist

David WilkersonSeptember 1, 2003

Als Jesus seine letzten Stunden mit seinen Jüngern verbrachte, sagte er zu ihnen: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Was ihr den Vater bitten werdet in meinem Namen, wird er euch geben“ (Johannes 16,23). Dann sagte er ihnen: „Bis jetzt habt ihr nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, und ihr werdet empfangen, damit eure Freude völlig sei!“ (16,24).

Was für eine unfassbare Aussage. Als diese Szene stattfand, wies Christus seine Nachfolger darauf hin, dass er weggehen und sie eine kurze Zeit lang nicht sehen würde. Doch im selben Atemzug versicherte er ihnen, dass sie Zugang zu jedem Segen des Himmels hatten. Alles, was sie tun mussten war, in seinem Namen darum zu bitten.

Nun, die meisten Bibelkommentatoren sagen, dass diese Verheißung für die Jünger noch keine Gültigkeit hatte. Sie behaupten, dass die Jünger nichts in seinem Namen bitten konnten, bevor er die Erde verlassen hatte und in der Gegenwart des Vaters war.

Aber die Schrift lässt auf etwas anderes schließen. Das klarste Beispiel ist der unbekannte Mann, der mächtige Werke im Namen Jesu tat. Die Jünger versuchten diesen Mann aufzuhalten, weil er nicht einer aus ihrem Kreis war. Johannes berichtete Jesus: „Lehrer, wir sahen jemand Dämonen austreiben in deinem Namen; und wir wehrten ihm, weil er uns nicht nachfolgt“ (Markus 9,38).

Wie antwortete Jesus darauf? „Jesus aber sprach: Wehrt ihm nicht, denn es ist niemand, der ein Wunder in meinem Namen tun und bald darauf schlecht von mir reden kann. Denn wer nicht gegen uns ist, ist für uns“ (9,39-40). Christus bestätigte, dass es sich um einen Mann „für mich, auf unserer Seite“ handelte.

Dieser Mann war nicht im inneren Kreis Jesu, und er war dennoch fähig, im Namen des Herrn Wunder zu vollbringen. Und während er dies tat, erklärte er, dass die ganze Kraft in dem Namen Jesu war. Was für eine erstaunliche Sache. Dieser Mann genoss keine persönliche Intimität mit Jesus, wie es die Zwölf taten. Noch empfing er die großen Offenbarungen, die die Jünger hatten. Er war wahrscheinlich nur einer aus der Menge, die Jesus an den Hängen und Ufern lehrte.

Aber dieser Mann war offensichtlich ein Liebhaber Jesu. Warum? Er ergriff die Verheißungen Christi und handelte nach ihnen. Und Wunder geschahen. Er musste auch ein betender und fastender Mann gewesen sein. Schließlich wies Jesus darauf hin, dass Dämonen nur durch Beten und Fasten ausgetrieben werden.

In dieser Hinsicht steht der unbekannte Mann in starkem Kontrast zu den Jüngern Jesu. Die Zwölf waren persönlich durch Jesus gelehrt worden, anzuklopfen, zu suchen, um die Dinge Gottes zu bitten. Sie waren aus erster Hand gelehrt worden, dass alle Segnungen des Vaters – alle Gnade, Macht und Stärke – in Christus zu finden waren. Und sie hatten gehört, wie Jesus der Menge erklärte: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubt, der wird auch die Werke tun, die ich tue, und wird größere als diese tun, weil ich zum Vater gehe. Und was ihr bitten werdet in meinem Namen, das werde ich tun, damit der Vater verherrlicht werde im Sohn. Wenn ihr mich etwas bitten werdet in meinem Namen, so werde ich es tun“ (Johannes 14,12-14).

Hier war zumindest ein Mann, der Jesus bei seinem Wort nahm. Er hatte Jesu Verheißung in Anspruch genommen und sein Glaube wurde von Gott geehrt. Er erwartete, dass der Herr durch ihn Wunder vollbringen würde, alles in dem Namen Jesus Christus. Das ist es, weshalb Jesus jetzt Johannes und den anderen sagte: „Bis jetzt habt ihr nichts in meinem Namen erbeten. Also bittet, und ihr werdet empfangen. Dann wird eure Freude vollkommen sein“ (siehe Johannes 16,24). Er sagte damit: „Bittet jetzt. Wartet nicht auf eine andere Zeit. Und versucht nicht, alles theologisch zu verstehen. Ich sage euch: Mein Name hat Macht über den Teufel. Und ihr habt diese Macht, weil ihr in mir seid. Bittet, und der Vater wird es tun.“

Christi Worte an seine Jünger überführen mich: „[Ihr habt] nichts gebeten in meinem Namen“ (Johannes 16,24). Während ich das lese, höre ich den Herrn mir zuflüstern: „David, du hast die Vollmacht nicht in Anspruch genommen, die ich dir verfügbar gemacht habe. Du musst einfach in meinem Namen bitten.“

Hier ist etwas, von dem ich glaube, dass es Gottes Herz mehr betrübt als alle Sünden des Fleisches zusammen. Unser Herr ist betrübt über den ständig wachsenden Mangel an Glauben in seine Verheißungen – über die ständig wachsenden Zweifel daran, dass er Gebet beantwortet – und über ein Volk, dass die Vollmacht, die in Christus ist, immer weniger in Anspruch nimmt.

Die Welt hat niemals notvollere Zeiten gekannt. Doch da ist weniger Bitten in dem Namen Jesus als jemals zuvor. Während die Tage vorübergehen, erbitten die Christen immer weniger vom Herrn. Sie haben Angst, hervorzutreten, oftmals aus Unglauben. Also erbitten sie wenig oder nichts in seinem Namen.

Ich muss mein eigenes Bekenntnis ablegen. Wie die Jünger bete ich, faste ich, genieße ich Intimität mit Christus. Ich liebe es, Gottes Wort zu verschlingen und im Gebet mit ihm eingeschlossen zu sein. Aber ich frage mich: Was bedeuten diese Dinge, wenn sie keinen Glauben an meinen wundersamen Herrn hervorbringen? Ich staune über Gottes Majestät, Herrlichkeit und Macht. Aber handle ich auch danach? Ich habe intime Gemeinschaft mit dem Herrn. Aber verleiht meine Zeit mit ihm mir göttliche Autorität, mit einem Eifer, alle Macht in seinem Namen in Anspruch zu nehmen?

Es ist erstaunlich, wie treu die Gemeinde auf den Namen Christi hinweist. Wir preisen ihn, wir rühmen ihn, wir singen von der „Macht, Macht, wunderbaren Macht in dem heiligen Namen Jesu“. Wir fürchten seinen Namen, wir rühmen uns in ihm, wir lieben es, wenn wir hören, dass er genannt wird. Aber wir eignen uns nicht die Macht an, die in seinem Namen liegt. Wir beanspruchen sie nicht oder handeln nicht danach.

Und warum nicht? Warum legt nicht jeder Christ den Kranken die Hände auf und beansprucht die heilende Kraft, die in dem Namen Christi liegt? Warum leisten wir nicht in seinem Namen Fürbitte für das geistliche Erwachen unserer Kinder, unserer Familien, unserer Freunde? Warum stößt Satan bei uns auf so wenig Widerstand? War es jemals Gottes Wille, dem Feind zu erlauben, unsere Heime und Ehen zu zerstören?

Die Bibel sagt, dass in diesen letzten Tagen der Teufel über die Menschen kommen wird, mit „Wut, da er weiß, dass er <nur> eine kurze Zeit hat“ (Offenbarung 12,12). Meine Frage ist: Wird dieser wütende Teufel auf eine passive, lahme Gemeinde stoßen? Wird er ein glaubensloses Volk vorfinden, das zwar den Namen Christi rühmt, aber seinem Feind nicht in der Macht entgegentritt, die in diesem Namen ist? Wird er einem Volk Gottes begegnen, das leicht nachgibt und sagt: „Ich habe mein Bestes getan. Ich muss einfach durchhalten, bis der Herr wiederkommt.“

Nein, niemals! Wir müssen nicht annehmen, was der Teufel gegeben hat. Wir müssen weder seinen Angriffen nachgeben noch Angst vor ihm haben, oder die Zukunft fürchten. In den letzten Wochen brannte in mir ein heiliger Zorn gegen Satan und seine Mächte. Als ich die Worte Jesu las, entfachten sie meine Seele, aufzustehen und zu sagen: „Genug, Teufel. Ich trete dir mit aller Macht in dem Namen Jesu entgegen. Ich gebe es dir zur Kenntnis. Du kannst deine Horden aus der Hölle zurückrufen, weil ich jedem deiner Angriffe widerstehen werde. Und Gottes Wort sagt, dass du fliehen wirst.“

Satan mag versuchen, eine Flut von Bedrängnis in mein Leben zu bringen. Er mag meine Familie und andere Geliebte angreifen. Aber jede dämonische Flutwelle wird auf eine Freisetzung der Kraft Christi treffen. Der Feind mag Dämon auf Dämon senden. Aber jeder einzelne von ihnen wird auf die unverrückbare Mauer des allmächtigen Namens Jesu Christi prallen.

Dies ist in Apostelgeschichte 3 lebhaft veranschaulicht. In Vers 1 waren Petrus und Johannes auf dem Weg zum Tempel, um zu beten. Dies war ihre tägliche Praxis. Und jeden Tag kamen sie an einem Mann vorbei, der bettelnd am Tor zum Tempel saß. Der Mann war lahm von Geburt an.

Aber dieser Tag würde anders sein als alle anderen. Als die Apostel diesmal den Bettler sahen, stieg ein heiliger Zorn in ihnen auf. Sie sahen, dass Satan im Leben dieses Mannes zu lange unbehelligt geblieben war. Jetzt war es für diese geisterfüllten Männer Gottes an der Zeit, sich die Macht in dem Namen Christi anzueignen.

„Petrus aber mit Johannes blickte fest auf ihn hin und sprach: Sieh uns an ... Silber und Gold besitze ich nicht; was ich aber habe, das gebe ich dir“ (Apostelgeschichte 3,4.6). Petrus sagte damit: „Wir haben etwas besseres als alles Gold und Silber in der Welt. Was wir haben, ist weit größer als alle Ärzte und Medizin der Welt. Ich spreche von der Macht, die in den Namen Jesu Christi ist. Wir haben sie und wir geben sie dir.“

Darauf sagte Petrus: „Im Namen Jesu Christi, des Nazoräers: Geh umher! Und er ergriff ihn bei der rechten Hand und richtete ihn auf ... er sprang auf, konnte stehen und ging umher. Und er trat mit ihnen in den Tempel, ging umher und sprang und lobte Gott“ (3,6-8).

Die Menge, die das beobachtete, war erstaunt. Sie fragten die Apostel, was da vor sich ging. Petrus erklärte: „Durch den Glauben an seinen Namen hat sein Name diesen, den ihr seht und kennt, stark gemacht; und der durch ihn <bewirkte> Glaube hat ihm diese vollkommene Gesundheit gegeben vor euch allen“ (3,16). Petrus sagte damit im Wesentlichen: „Jahrelang habt ihr diesen von Geburt an gelähmten Mann gekannt. Und jetzt wollt ihr wissen, warum er fähig ist, zu springen und zu tanzen. Es ist wegen des Namens Jesu Christi. Es ist durch die Kraft in Christi Namen, dass dieser Mann geheilt ist, und durch keinen anderen Namen.“

Beachten Sie den Ausdruck, den Petrus verwendet, um den neuen Zustand des Mannes zu beschreiben „vollkommene Gesundheit“. Es kommt nicht darauf an, wie schwierig oder hoffnungslos unsere Prüfung erscheinen mag. Gott hat für uns gesorgt, dass wir inmitten von alledem „vollkommene Gesundheit“ haben können. Und diese perfekte Gesundheit – durch den Namen Jesu Christi zur Verfügung gestellt – wird jeden Pfeil des Feindes abwehren.

Als die Tempeloffiziellen hörten, was geschehen war, steckten sie Petrus und Johannes ins Gefängnis. Und am nächsten Tag stellten sie die Jünger vor Gericht. Der Hohe Priester befragte sie: „In welcher Kraft oder in welchem Namen habt ihr dies getan?“ (Apostelgeschichte 4,7). Wieder erklärte Petrus: „So sei euch allen und dem ganzen Volk Israel kund: Im Namen Jesu Christi, des Nazoräers, den ihr gekreuzigt habt, den Gott auferweckt hat aus den Toten – in diesem <Namen> steht dieser gesund vor euch“ (4,10).

Ich frage Sie, wie waren diese einfachen, bescheidenen Männer dazu fähig, so kühn und mit solcher Zuversicht zu sprechen. Deshalb, weil Petrus und Johannes alle Begrenzungen für Gott beseitigt hatten. Sie sagten im Wesentlichen: „Wir werden den Heiligen Israels in keiner Situation begrenzen.“

Sie hatten überragenden Glauben in das Leben des gelähmten Mannes hineingesprochen. Und sie hätten das nie tun können, wenn sie nicht wirklich an Jesu Wort geglaubt hätten: „Was auch immer ihr den Vater bitten werdet in meinem Namen, wird er euch geben“ (Johannes 16,23; a. d. englischen King James Version). Diese Jünger wussten, dass, wenn Jesus „was auch immer“ sagte, er damit die Verheißung unbegrenzt machte. Christus sagte damit: „Alle Dinge, die ihr den Vater in meinem Namen bittet, die wird er euch geben.“

Wir sollen dem Beispiel von Petrus und Johannes folgen. Auch wir sollen glauben, dass alle Dinge möglich sind. Und wir sollen jede Begrenzung wegnehmen, die wir dem Wirken Gottes in unserem Leben gesetzt haben.

In meiner Bibliothek sind Bücher, die ausschließlich über den Namen Jesu geschrieben wurden. Die Autoren schrieben sie, um Gläubigen zu helfen, die tiefe Verflechtung zu verstehen, die in dem Namen Christi verborgen ist. Doch die meisten dieser Bücher sind so „tief“, dass sie über die Köpfe der Leser hinweggehen.

Ich glaube, dass die Wahrheit, die wir über den Namen Jesu verstehen sollen, so einfach ist, dass ein Kind sie verstehen könnte. Sie ist einfach dies: Wenn wir unsere Bitten in Jesu Namen vorbringen, sollen wir völlig davon überzeugt sein, dass es dasselbe ist, wie wenn Jesus selbst den Vater bitten würde. Wie könnte das wahr sein, fragen Sie? Lassen Sie mich erklären.

Wir wissen, dass Gott seinen Sohn liebte. Er sprach mit Jesus und lehrte ihn, während er auf der Erde lebte. Und Gott hörte nicht nur, sondern beantwortete jede Bitte, die sein Sohn an ihn richtete. Jesus bezeugte dies, indem er sagte: „Er erhört mich allezeit.“ Kurz: Der Vater schlug seinem Sohn niemals eine Bitte ab.

Heute sind alle, die an Jesus glauben, in seine Sohnschaft gekleidet. Und der himmlische Vater nimmt uns so intim an, wie er seinen eigenen Sohn annimmt. Warum? Wegen unserer geistlichen Einheit mit Christus. Durch seine Kreuzigung und Auferstehung hat Jesus uns eins mit dem Vater gemacht. „Damit sie alle eins seien, wie du, Vater, in mir und ich in dir, dass auch sie in uns eins seien ... ich in ihnen und du in mir“ (Johannes 17,21.23).

Einfach ausgedrückt: Wir sind nun eine Familie – eins mit dem Vater, und eins mit dem Sohn. Wir wurden adoptiert, mit den vollen Erbrechten, die jedes Kind besitzt. Dies bedeutet, dass alle Macht und Mittel des Himmels durch Christus für uns verfügbar sind.

Und wir wissen, weil wir in die Sohnschaft Christi gekleidet sind – mit ihm gemeinsam Erben sind, Anteil an seinem Erbe haben –, dass auch unsere Bitten vom Vater gehört werden. Und er beantwortet unsere Bitten, so wie er die seines Sohnes beantwortete.

Was für eine unfassbare Autorität uns im Gebet gegeben wurde. Wie, genau, gebrauchen wir diese Autorität? Durch Christi eigenen Namen. Sehen Sie, als wir unseren Glauben auf Jesus ausrichteten, gab er uns seinen Namen. Sein Opfer befähigt uns zu sagen: „Ich bin Christi, ich bin in ihm, ich bin eins mit ihm.“ Da, erstaunlicherweise, nahm Jesus unseren Namen an. Als unser Hoher Priester schrieb er ihn auf seinen Handteller. Und so ist unser Name im Himmel registriert, unter seinem herrlichen Namen.

Sie können sehen, warum der Ausdruck „in Christi Namen“ nicht nur irgendeine unpersönliche Formel ist. Es ist eine buchstäbliche Stellung, die wir bei Jesus haben. Und diese Stellung wird vom Vater anerkannt. Jesus sagt uns: „An jenem Tag werdet ihr bitten in meinem Namen, und ich sage euch nicht, dass ich den Vater für euch bitten werde; denn der Vater selbst hat euch lieb, weil ihr mich geliebt und geglaubt habt, dass ich von Gott ausgegangen bin“ (Johannes 16,26-27).

Das ist es, warum Jesus uns befiehlt, in seinem Namen zu beten. Er sagt damit: „Wann immer ihr in meinem Namen bittet, hat eure Bitte dieselbe Kraft und Wirkung beim Vater, als würde ich ihn selbst bitten.“ Mit anderen Worten: Es ist so, als ob unser Gebet von Jesus selbst vor dem Thron Gottes geäußert worden wäre. Wenn wir den Kranken die Hände auflegen und beten, sieht Gott uns genauso, als ob Jesus den Kranken die Hände auflegt, um Heilung zu bringen.

Das ist es auch, warum wir kühn zum Thron der Gnade kommen sollen: um zu empfangen. Wir sollen mit Zuversicht beten: „Vater, ich stehe vor dir, erwählt in Christus, um vorwärts zu gehen und Frucht zu bringen. Nun mache ich mein Anliegen weit, damit meine Freude völlig sein mag.“

Diese Gläubigen erklären: „Ich versuchte, die Macht im Namen Jesu zu beanspruchen. Aber das funktionierte bei mir nicht.“ Es gibt viele Gründe, weshalb wir keine Antworten auf unsere Gebete erhalten. Wir mögen Sünde in unserem Leben zugelassen haben, etwas, das unsere Einheit mit Christus befleckt. Diese Sünden werden zu Straßensperren, die den Strom des Segens aufstauen, der von ihm ausgeht. Und er wird unsere Gebete nicht erhören, bis wir unsere Sünde aufgegeben haben.

Oder, vielleicht beruht die Blockade auch auf Lauheit oder Halbherzigkeit gegenüber den Dingen Gottes. Vielleicht werden wir durch Zweifel erstickt, die uns von der Kraft in Christus abschneiden. Jakobus warnt: „Er bitte aber im Glauben, ohne irgend zu zweifeln; denn der Zweifler gleicht einer Meereswoge, die vom Wind bewegt und hin und her getrieben wird. Denn jener Mensch denke nicht, dass er etwas von dem Herrn empfangen werde“ (Jakobus 1,6-7).

Ich erhielt kürzlich den Brief einer Witwe, deren jugendliche Tochter tief in Sünde steckt. Diese Mutter sagte, dass ihre Tochter einmal eine treue Gläubige war, jetzt aber stark drogenabhängig ist und bei ihrem Freund lebt. Warum dieser schreckliche Fall? Der Vater des Mädchens hatte Krebs und sie hatte gebetet: „Gott, lass meinen Vater nicht sterben.“ Als ihr Vater verschied, lief das Mädchen so weit sie konnte vom Herrn weg. Sie sagte ihrer Mutter: „Ich gab Gott eine Chance. Ich betete im Glauben, in dem Namen Jesus. Aber er ließ Papa sterben.“

Ich saß einmal in einem Flugzeug neben einer Frau, die in Tränen aufgelöst war. Ich sagte ihr, dass ich Geistlicher sei, und fragte, ob ich helfen könne. Sie erwiderte: „Ich habe gerade meinen Vater beerdigt. Er war ein so guter Mann, die liebevollste Person, die ich jemals kannte. Ich betete, dass Gott ihn leben lässt. Sagen Sie mir, wie könnte ein liebender Gott einen so guten Mann wie meinen Vater sterben lassen? Ich möchte über Gott überhaupt nicht reden.“

Unser Dienst erhält dutzende Briefe, die Geschichten wie diese enthalten. Wieder und wieder lesen wir Worte in diesem Sinn: „Ich betete im Vertrauen, Gott glaubend. Aber er erhörte mich nicht. Ich wartete und wartete, aber er antwortete nie. Sie können mir nicht erzählen, dass Gebet wirkt. Wie kann ich mein Leben Gott anvertrauen, wenn er meine Gebete nicht beantwortet?“

Vielleicht können Sie diese Gefühlen nachempfinden. Sie mögen auf eine Situation zurückschauen, in der Sie ernsthaft, im Glauben, gebetet haben – zum Beispiel um die Heilung eines Geliebten oder für ein persönliches Problem. Aber es kam keine Antwort. Sie schlossen daraus: „Gott beantwortet Gebet nicht. Wenn er jemals meine Bitten hörte, wusste ich niemals davon, weil er nicht tat, worum ich bat.“

Vielleicht sind Sie nicht böse mit Gott. Aber Sie haben Vertrauen verloren. Etwas hält Sie davon ab, ihm Ihr Herz voll anzuvertrauen. Und so haben Sie aufgehört, zu beten. Sie genießen nicht mehr die Fülle seiner Segnungen.

Jakobus macht klar: „Wer zweifelt, wird nichts von Gott empfangen.“ Das Wort, das Jakobus für „zweifeln“ verwendet, bedeutet, „unentschlossen sein“. Die Wahrheit ist, dass, wenn diese Leute ihre Bitten vorbringen, sie Gott auf die Probe stellen. In ihren Herzen sagten sie: „Herr, wenn du mir antwortest, werde ich dir dienen. Ich werde dir alles geben, wenn du nur dieses Gebet beantwortest. Aber wenn du es nicht tust, werde ich mein Leben auf meine Weise leben.“

Aber Gott wird sich nicht bestechen lassen. Er kennt unsere Herzen, und er weiß, wann wir unentschlossen in unserer Hingabe an seinen Sohn sind. Er behält die Vollmacht, die in Christus ist, denen vor, die sich ihm völlig hingegeben haben.

Johannes 14 enthält zwei großartige Verheißungen. In der ersten erklärt Jesus: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubt, der wird auch die Werke tun, die ich tue, und wird größere als diese tun, weil ich zum Vater gehe. Und was ihr bitten werdet in meinem Namen, das werde ich tun, damit der Vater verherrlicht werde im Sohn. Wenn ihr mich etwas bitten werdet in meinem Namen, so werde ich es tun“ (Johannes 14,12-14). Jesus macht es im letzten Vers schlicht und einfach: „Bittet um irgendetwas in meinem Namen, und ich werde es für euch tun.“

Zwei Verse später verheißt Jesus: „Ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand geben, dass er bei euch sei in Ewigkeit, den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht noch ihn kennt. Ihr kennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein. Ich werde euch nicht verwaist zurücklassen, ich komme zu euch“ (14,16-18). Damit sagt Christus hier: „Ich werde euch den Geist der Wahrheit geben. Und seine Kraft wird in euch wohnen.“

Dies sind zwei unfassbare Verheißungen Jesu. Doch achten Sie auf den einen Vers, der wie in einem Sandwich dazwischen steht: „Wenn ihr mich liebt, haltet meine Gebote“ (14,15; a. d. englischen King James Version). Warum taucht diese Feststellung hier auf? Christus sagt uns damit: „Es hängt ein Thema des Gehorsams mit diesen Verheißungen zusammen.“ Kurz: Beide Verheißungen haben damit zu tun, Gottes Worte zu bewahren und zu befolgen. Sie wurden gegeben, um erfüllt zu werden, damit uns nichts daran hindern würde, die Vollmacht in Anspruch zu nehmen, die in Christus liegt.

Jahr für Jahr geben sich viele Christen mit immer weniger zufrieden. Schließlich begnügen sie sich nur noch mit der Errettung durch Christus. Sie haben keine anderen Erwartungen, als es eines Tages in den Himmel zu schaffen.

Ich frage Sie: Sind Sie mit Ihrem Christus am Ende angekommen? Erwarten Sie nichts weiter, als durch seine Vollmacht und Gnade errettet zu werden? Endet Ihr Christus bei gerade genug Kraft, um es durch einen weiteren Tag zu schaffen? Endet er für Sie an einem Punkt des gelegentlich Friedens und der gelegentlichen Freude, in einem Leben, dass meistens unter der Schikane Satans gelebt wird?

Alle diese Abschnitte in Gottes Wort überzeugen mich davon, dass „mein“ Jesus nicht größer ist als meine Bitten. Doch traurigerweise lassen viele Gläubige Jesus durch ihren Unglauben unbedeutend und kraftlos erscheinen. Geliebte, ich möchte nicht, dass mein Christus begrenzt wird. Stattdessen möchte Ich, dass jeder Teufel in der Hölle an der Größe meiner Bitten sieht, wie groß mein Gott ist. Ich möchte mehr von meinem Christus. Ich möchte, dass er größer als jemals zuvor in meinem Leben ist.

Hier ist wahrer Glaube: Er berücksichtigt all die Probleme und Schmerzen des Volkes Gottes weltweit, alle hoffnungslosen Situationen, alle leidenden Witwen, Waisen und älteren Gläubigen, die ums Überleben kämpfen. Glaube wirft all diese traurigen Dinge in eine Waagschale und sieht, wie sie sich senkt. Doch dann legt der Glaube Christus in die andere Waagschale. Und er jubelt, wenn sieht er, wie er alle Sünden und Bedrängnisse dieser Welt überwindet.

Gott hat nie für uns beabsichtigt, den Teufel von unseren Herzen und Familien Besitz ergreifen zu lassen. Vielmehr beabsichtigt er für uns, dass wir eine Erklärung abgeben, die laut und deutlich ist. Wir sollen unsere Stellung in Christus einnehmen und schreien: „In dem Namen Jesu Christi!“ Es ist für jeden Gläubigen an der Zeit, aufzustehen und zu erklären: „Ich lebte lange genug mit Angst. In dem Namen von Jesus Christus werde ich nicht länger den Tod, die Menschen oder den Teufel fürchten. Ich möchte, dass die Welt die unübertreffliche Größe meines Christus an der Größe meiner Bitten erkennt. Mein Gott fordert uns auf, Großes zu erbitten, und das werde ich. Wie kann irgendetwas für ihn zu schwer sein?“

Ich dränge Sie: Ergreifen Sie Gottes Wort und glauben Sie, dass Jesus Ihnen diese Verheißungen gegeben hat. Sie sind die Waffen Ihres Kampfes, Waffen, die mächtig sind durch ihn. Und sie werden mächtig werden in Ihren Händen, wenn Sie sie ergreifen und in Anspruch nehmen.

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Bibelstellen – soweit nicht anders angegeben – nach der Elberfelder Bibel 2006. Die angegebenen Versnummern können bei einigen Bibelausgaben abweichen.

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