Diese Männer sind mit Jesus gewesen | World Challenge

Diese Männer sind mit Jesus gewesen

David WilkersonSeptember 17, 2001

In Apostelgeschichte 3, kurz nach der Auferstehung, finden wir Petrus und Johannes dabei, zum Gebet in den Tempel zu gehen. Außerhalb des Tempeltors saß gerade ein Bettler, der von Geburt an verkrüppelt war. Dieser Mann war niemals in seinem Leben einen Schritt gegangen. Er musste täglich zum Tor getragen werden, um durch Betteln seinen Lebensunterhalt zu verdienen.

Als der Bettler Petrus und Johannes näherkommen sah, bat er sie um Almosen. Petrus antwortete ihm: „Silber und Gold besitze ich nicht; was ich aber habe, das gebe ich dir“ (Apostelgeschichte 3,6). Dann betete Petrus für den Bettler und sagte: „Im Namen Jesu Christi, des Nazoräers: Geh umher!“ (3,6). Augenblicklich war der Mann geheilt. Mit größter Freude fing er an, durch den Tempel zu laufen, wobei er auf und ab sprang und rief: „Jesus heilte mich!“

Jeder im Tempel staunte bei dem Anblick. Sie erkannten den Mann als den Krüppel, der jahrelang am Tor gebettelt hatte. Als Petrus und Johannes die Menge sich versammeln sahen, begannen sie Christus zu predigen. Sie sprachen kühn und drängten: „So tut nun Buße und bekehrt euch, dass eure Sünden ausgetilgt werden“ (3,19). Tausende wurden gerettet: „Viele aber von denen, die das Wort gehört hatten, wurden gläubig; und die Zahl der Männer kam auf etwa fünftausend“ (Apostelgeschichte 4,4).

Doch während Petrus und Johannes predigten, kamen die Obersten der Synagoge „ [empört] auf sie zu“ (4,1-2). Diese abtrünnigen Hirten waren sauer, dass Gott durch Jesu Jünger ein Wunder gewirkt hatte. Und sie reagierten, indem sie Petrus und Johannes ins Gefängnis warfen. Am nächsten Tag stellten sie die Jünger vor Gericht. Und jede religiöse Autorität aus Jerusalem war anwesend: „Hannas, der Hohepriester, und Kaiphas und Johannes und Alexander, und so viele vom hohenpriesterlichen Geschlecht waren“ (4,6). Diese hohen und mächtigen Männer fragten die Jünger: „In welcher Kraft oder in welchem Namen habt ihr dies getan?“ (4,7).

Was für eine komische Frage! Diese Männer wussten genau, wessen Name gepredigt wurde. Sie hatten einen früher verkrüppelten Mann umherlaufen sehen und herausschreien hören, dass Jesus ihn geheilt hatte. Sie hatten gesehen, dass 5.000 Menschen ihre Sünden bekannten und den Namen Christi anriefen, um sie zu reinigen. Sie hatten sogar gesehen, dass sich einige ihrer eigenen Priester bekehrten und bekannten, dass sie geholfen hatten, den Sohn Gottes zu kreuzigen. Diese Herrscher mussten wissen, dass Kraft im Namen Jesu war. Aber sie machten sich selbst blind dafür.

Plötzlich wurde Petrus durch den Heiligen Geist kühn gemacht. Er erwiderte den Leitern: „Sein Name ist Jesus Christus von Nazareth, der Mann, den ihr vor einigen Wochen gekreuzigt habt. Gott hat ihn von den Toten auferweckt. Und jetzt ist er die Kraft, die diesen Mann geheilt hat. Niemand kann durch irgendeinen anderen Namen gerettet werden. Ihr werdet verloren sein, wenn ihr den Namen Christi nicht anruft“ (siehe 4,9-12).

Die Obersten der Synagoge saßen wie betäubt da. Die Schrift sagt: „Sie wunderten sich [bewunderten sie]; und sie nahmen Kenntnis von ihnen, dass sie mit Jesus gewesen waren“ (4,13; a. d. englischen King James Version). Der Ausdruck „nahmen Kenntnis“ kommt von einem Wortstamm, der „erkannt durch ein Unterscheidungsmerkmal“ bedeutet. Eine Kraft hatte Petrus und Johannes ergriffen. Und sie unterschied sie von allen anderen, die vor Gericht erschienen waren. Diese Kraft war für alle so offensichtlich und klar, dass die Obersten „nichts dagegen sagen [konnten]“ (4,14).

Was war dieses Merkmal, das Petrus und Johannes unterschied? Es war die Gegenwart Jesu. Sie hatten Christi Ähnlichkeit und Geist. Diese Obersten der Synagoge erkannten: „Wir kreuzigten Jesus. Doch er spricht heute noch – Wunder wirkend, Buße predigend und die Menschen berührend – durch diese beiden ungebildeten Männer.

In genau dieser Stunde erfüllten Petrus und Johannes den Auftrag Jesu, von ihm „anfangend von Jerusalem“ zu zeugen. Sehen Sie, sie bezeugten durch Christi Gegenwart in ihrem Leben. Ebenso, glaube ich, wird dies auch Gottes kraftvolles Zeugnis in diesen letzten Tagen sein. Es wird nicht durch predigen allein kommen. Es wird auch durch Männer und Frauen kommen, die „mit Jesus gewesen sind“: die sich mit ihm eingeschlossen haben und Zeit in seiner Gegenwart verbracht haben, um ihn von ganzem Herzen und ganzer Seele zu suchen. Der Heilige Geist wird solche Diener mit seiner Kraft unterscheiden. Und die Welt wird von ihnen sagen: „Diese Person ist mit Christus gewesen.“

Hier sind vier Unterscheidungsmerkmale von jenen, die mit Jesus gewesen sind:

Jene, die Zeit mit Jesus verbringen, können nicht genug von ihm bekommen. Ihre Herzen schreien ständig danach, den Meister besser kennen zu lernen, ihm näher zu kommen, in der Erkenntnis seiner Wege zu wachsen.

Paulus erklärt: „Jedem einzelnen von uns aber ist die Gnade nach dem Maß der Gabe Christi gegeben worden“ (Epheser 4,7). „Gott [hat] einem jeden das Maß des Glaubens zugeteilt“ (Römer 12,3). Was ist dieses „Maß“, von dem Paulus spricht? Es bedeutet eine begrenzte Menge. Mit anderen Worten: Wir haben alle eine bestimmte Menge der rettenden Erkenntnis Christi empfangen.

Für einige Gläubige ist dieses anfängliche Maß alles, wonach sie sich jemals sehnen. Sie wollen gerade genug von Jesus, um dem Gericht zu entkommen, Vergebung zu empfinden, einen guten Ruf zu bewahren, eine Stunde Gottesdienst jeden Sonntag zu ertragen. Solche Leute sind im „Bewahrungsmodus“. Und sie geben Jesus nur die nackten Anforderungen: Gottesdienstbesuch, ein gemurmeltes tägliches Gebet, vielleicht einen kurzen Blick in die Schrift. Kurz: Diese Christen vermeiden es, Jesus zu nahe zu kommen. Sie wissen, wenn sie viel von seinem Wort lesen oder eine Zeit im Gebet verbringen, dass dann der Heilige Geist Anforderungen an ihr Leben stellen wird. Und die eine Sache, die sie nicht verändern wollen, ist ihr Lebensstil. In ihrem Denken bringt Jesus zu kennen alles in Gefahr, was sie schätzen.

Doch Paulus sehnte sich nach Folgendem für jeden Gläubigen: „Und er hat die einen als Apostel gegeben ... Propheten ... Evangelisten ... Hirten und Lehrer ... zur Ausrüstung der Heiligen ... bis wir alle hingelangen zur ... Erkenntnis des Sohnes Gottes, zur vollen Mannesreife, zum Maß der vollen Reife Christi. <Denn> wir sollen nicht mehr Unmündige sein, hin- und hergeworfen und umhergetrieben von jedem Wind der Lehre durch die Betrügerei der Menschen ... zu listig ersonnenem Irrtum. Lasst uns aber die Wahrheit reden in Liebe und in allem hinwachsen zu ihm, der das Haupt ist, Christus“ (Epheser 4,11-15).

Paulus sagte damit im Wesentlichen: „Gott hat diese geistlichen Gaben gegeben, damit ihr mit dem Geist Christi erfüllt sein mögt. Dies ist entscheidend, weil Betrüger kommen werden, um euch eures Glaubens zu berauben. Wenn ihr in Christus verwurzelt seid und in ihm reift, dann wird keine betrügerische Lehre euch jemals schwanken lassen. Doch der einzige Weg, zu solcher Reife heranzuwachsen, ist der, mehr von Jesus zu wollen.“

Nicht jeder Christ strebt nach dieser Art von Reife. Viele Gläubige ziehen ein Evangelium vor, das nur von Gnade, Liebe und Vergebung spricht. Natürlich, das sind wunderbare biblische Wahrheiten. Aber gemäß Paulus bestehen sie aus der Grundlage Milch, und nicht aus Fleisch, das für ein reifes Leben erforderlich ist. Wie können Sie zum vollen Wuchs in Christus wachsen, wenn Sie sich weigern, ein Evangelium zu hören, das Sie dazu provoziert, den Herrn zu suchen und in seiner Heiligkeit zu wandeln?

Der Hebräerbrief sagt uns: „Während ihr der Zeit nach Lehrer sein solltet, habt ihr wieder nötig, dass man euch lehre, was die Anfangsgründe der Aussprüche Gottes sind; und ihr seid solche geworden, die Milch nötig haben und nicht feste Speise. Denn jeder, der noch Milch genießt, ist richtiger Rede unkundig, denn er ist ein Unmündiger; die feste Speise aber ist für Erwachsene, die infolge der Gewöhnung geübte Sinne haben zur Unterscheidung des Guten wie auch des Bösen“ (Hebräer 5,12-14).

Der Schreiber sagt damit: „Ihr habt lange genug unter guter Lehre und gutem Predigen gesessen. Inzwischen solltet ihr selbst Lehrer sein. Doch immer noch, nach all diesen Jahren, steht ihr an derselben Stelle wie an dem Tag, an dem ihr gerettet wurdet. Ihr wisst nichts vom Fleisch des Wortes Gottes. Ihr seid immer noch unreif, seid nicht vollständig in seine Gerechtigkeit gewachsen.

Leider ist es das, weshalb viele Christen auf jede geistliche Marotte hereinfallen, die daherkommt. Sie werden leicht in die Irre geführt und jagen der Torheit nach. Aber ein reifer Gläubiger lässt sich nicht so leicht von seinem Ort des Gebets entfernen. Er weiß, dass dort wahre Erweckung ist. Und sein Unterscheidungsvermögen wächst ständig, weil er Qualitätszeit mit Jesus verbringt.

Viele Leser auf unserer Adressenliste haben ihre Frustration über ihre leblose Gemeinde ausgedrückt oder über die toten Predigten ihres Pastors. Sie schreiben: „Wir können keine Gemeinschaft finden, die etwas geistliches Feuer hat. Wir sind hungrig, aber wir wachsen nicht.“ Manche Leute schließen ihre Briefe mit einer sich beklagenden Bemerkung. Doch andere gehen weiter und sagen, dass sie einfach beschlossen haben, mehr Zeit mit Jesus zu verbringen, im Gebet und in seinem Wort. Ihre Briefe sind leicht von den anderen zu unterscheiden. Der Geist Christi strahlt von jeder Zeile aus.

Sie kennen wahrscheinlich solche Menschen. Sie sind immer eifrig, irgendeine neue Wahrheit mitzuteilen, die sie aus ihrer Zeit mit dem Herrn gelernt haben. Schließlich, was immer Ihr Herz erfüllt, kann nicht anders, als in Ihrem Leben hervorzutreten. Als Kontrast hören Sie einmal dem Gespräch anderer Christen zu. Sie sind fixiert auf Sport, Filme, Fernsehen, das Internet, Mode, Frisuren. Dann können Sie sagen, was den größten Teil ihrer Zeit und Energie verbraucht. Sie sind gekennzeichnet durch ihre Süchte.

Doch jene, die mit Jesus eingeschlossen sind, werden auf die bevorstehenden Tage vorbereitet. Sie empfangen schon den Trost Christi, tief in ihrer Seele. Und obwohl die ganze Welt in Panik ist, bleiben diese Gläubigen im Frieden.

Je mehr jemand mit Jesus ist, desto mehr wird dieser Mensch Christus ähnlicher, in Reinheit, Heiligkeit und Liebe. Im Gegenzug produziert sein reiner Wandel in ihm eine große Kühnheit in Bezug auf Gott. Die Schrift sagt: „Die Bösen fliehen wenn kein Mensch sie verfolgt: aber die Gerechten sind kühn wie ein Löwe“ (Sprüche 28,1; a. d. englischen King James Version). Das Wort für „kühn“ in diesem Vers bedeutet „sicher, zuversichtlich“. Das ist die Art von Kühnheit, die die Leiter der Synagoge in Petrus und Johannes sahen.

Die Bibel geht bei dieser Szene nicht sehr ins Detail. Doch ich kann Ihnen versichern, dass die religiösen Leiter sie so arrangierten, dass sie ganz Pomp und Zeremonie war. Zuerst nahmen die Würdenträger feierlich ihre samtweichen Sitze ein. Dann folgten die Angehörigen der Hohenpriester. Schließlich stolzierten in einem stillen Augenblick der Erwartung die Hohenpriester in ihren Roben herein. Jeder verneigte sich, als die Priester vorbeigingen, wobei sie steif auf den Richterstuhl zugingen.

All das war dazu gedacht, Petrus und Johannes einzuschüchtern. Es war, als sagten die Herrscher: „Schaut euch das nüchtern an, Fischer. Bedenkt die Kraft und Autorität, der ihr euch gegenüberseht. Ihr solltet besser sanft zu diesen Leitern zu sprechen. Sie sind wichtige, hoch angesehene Männer.“

Aber die Jünger waren überhaupt nicht eingeschüchtert. Sie waren zu lange mit Jesus gewesen. Ich stelle mir Petrus vor, wie er dachte: „Kommt schon, lasst uns diese Sitzung beginnen. Gebt mir die Kanzel und lasst mich los. Ich habe ein Wort von Gott für diese Versammlung erhalten. Danke, Jesus, dass du mir erlaubst, deinen Namen zu diesen Christushassern zu predigen.“

Plötzlich rief der Gerichtsdiener den Jüngern zu: „Steht auf und seht den Richter an.“ Petrus und Johannes blickten auf und sahen den Hohenpriester sie mit steinerner Miene schweigend anstarren. Dann intonierte der Priester in einer sehr offiziellen Stimme: „In welcher Kraft oder in welchem Namen habt ihr dies getan?“ Er sagte damit, mit anderen Worten: „Wir sind hier das Gesetz. Und wir haben euch nicht die Autorität gegeben, diese Dinge zu tun. Also, in wessen Autorität habt ihr gehandelt?“

Schon der nächste Vers beginnt mit: „Da sprach Petrus, erfüllt mit Heiligem Geist ...“ (Apostelgeschichte 4,8). Dies sagt mir, dass Petrus nicht daranging, irgendeinen Vortrag zu halten. Und es würde auch nicht leise oder zurückhaltend sein. Petrus war ein von Jesus in Besitz genommener Mann, zum Bersten voll mit dem Heiligen Geist. Erinnern Sie sich, dass die beiden Jünger erst vor kurzem aus dem Obersaal gekommen waren? Reden wir von „mit Jesus gewesen sein“. Petrus und Johannes hatten Gemeinschaft mit dem auferstandenen Christus gehabt. Und nun war Petrus vom Geist des auferstandenen Herrn selbst in Besitz genommen. Jene Obersten der Synagoge standen im Begriff, Feuer vom Himmel zu erleben.

Während Petrus sprach, male ich ihn mir nicht an einem Platz stehend, mit gedämpfter Stimme redend, aus. Vielmehr sehe ich ihn im Gerichtssaal umher schreiten und ausrufen: „Ihr Ältesten Israels fragt: ‚Durch welche Autorität wurde dieser Mann geheilt?‘ Lasst es mich euch erzählen.“ In Apostelgeschichte 4 ist Petrus’ Predigt nur vier Verse lang. Aber ich glaube, dass dies nur eine Zusammenfassung von dem ist, was der Apostel predigte. Ich stelle mir vor, wie Petrus sagte: „Hört, ihr alle. Es war in Jesu Christi Namen, in dem dieses Wunder vollbracht wurde. Es fand allein durch seine Autorität statt. Ihr erinnert euch an ihn, weil ihr ihn gekreuzigt habt. Aber Gott hat ihn von den Toten auferweckt. Er lebt. Und alles, was ihr heute gesehen habt, wurde durch seine Kraft vollbracht.“

Wir haben schon gelesen, dass: „die Gerechten sicher und zuversichtlich wie ein Löwe sind“ (siehe Sprüche 28,1). Zuallererst sind Gottes Diener sich ihrer Identität in Jesus sicher. Und zweitens stehen sie zuversichtlich in Jesu Gerechtigkeit. Deshalb haben sie nichts zu verbergen. Sie können mit reinem Gewissen vor jedermann stehen.

Petrus hatte diese Art von Gewissheit, als er predigte. Sein Ziel war es nicht, diese religiösen Leiter zu richten oder herabzusetzen. Er wollte nur, dass sie ihre Sünde erkannten und Buße taten. Das ist es, warum er einen Altarruf äußerte, indem er sagte: „Kein anderer Name unter dem Himmel ist den Menschen gegeben, in dem wir gerettet werden müssen“ (Apostelgeschichte 4,12).

Paulus schreibt ebenso, indem er zuerst erklärt: „Wir waren kühn in unserem Gott, zu euch das Evangelium Gottes zu reden“ (1. Thessalonicher 2,2; a. d. englischen King James Version). Dann, einige Verse später, macht der Apostel klar: „Wir sind in eurer Mitte zart gewesen, wie eine stillende Mutter ihre Kinder pflegt“ (2,7).

Jene, die Zeit in der Gegenwart Jesu verbringen, werden sicher. Das ist es, warum sie keine Angst haben, die Wahrheit auszusprechen. Doch sie müssen ihre Botschaft nicht mit herrischer Stimme verkünden. Unter jedem Umstand predigen sie das Evangelium in Liebe und Barmherzigkeit.

In den kommenden Tagen wird es wichtig werden, diese kühne Sicherheit zu haben. Schon haben die Winde der politischen Korrektheit den Namen Jesus zum Anstoß für viele gemacht. Bald werden sich viele Gläubige Verfolgung gegenübersehen, und die Unvorbereiteten werden sich unter Druck beugen. Sie werden dabei enden, sich vor den Christushassern zu ducken.

Während meiner Predigtreise in Osteuropa kürzlich, erzählte mir ein befreundeter polnischer Pastor von dem Stand, den er während der Jahre des Kommunismus einnehmen musste. Er arbeitete in einer Fabrik, und sein Vorarbeiter erzählte ihm, dass die Parteibosse zu einer wichtigen Sitzung kommen würden. Die Partei würde auch einige ausländische Würdenträger zu Gast haben und sie brauchten den Pastor als Dolmetscher. Mein Freund stimmte zu, unter einer Bedingung: „Ich bin ein Christ. Ich diene Jesus. Also werde ich nicht trinken.“ Er wusste, dass in solchen Sitzungen der Wodka floss und dass er gebeten werden würde, daran teilzunehmen. Aber der Vorarbeiter stimmte zu, dass er nichts trinken müsse.

Am nächsten Tag, sobald die Sitzung begonnen hatte, wurde der Wodka herumgereicht. Zuerst nahm der Kommunistenboss einen, dann tat es der Vorarbeiter. Aber als die Flasche zum Pastor kam, lehnte er ab. Alle schauten alarmiert auf. Sie drängten ihn, einen Trunk mit ihnen zu nehmen. Der Parteiboss blickte kurz zu seinem Vorarbeiter, als wollte er sagen: „Warum trinkt er nicht? Denkt er, er ist besser als wir?“ Der Vorarbeiter starrte den Pastor wütend an. Aber der Geistliche sagte immer noch Nein.

Mein Freund war bereit, ins Gefängnis gesteckt zu werden. Er hätte verfolgt, gefoltert und von seinen Lieben jahrelang getrennt werden können. Doch nach seiner Denkweise kam nur in Frage, zu gehorchen. Er hatte überhaupt keine Angst. Warum? Er war mit Jesus eingeschlossen gewesen. Das ist der einzige Weg, wie jemand unter jenen Umständen solche Kraft haben konnte.

Am nächsten Tag rief ihn der Vorarbeiter herein. „Du bist ein glücklicher Mann“, erklärte er. „Der Parteiboss hat mich nach der Sitzung angerufen. Er sagte, wenn er jemals jemanden braucht, dem er eine spezielle Mission anvertrauen kann, will er dich.“

Jene Leiter wunderten sich über die Zuversicht und Sicherheit des Pastors. Sie wussten, dass er vor nichts Angst hatte, einschließlich des Todes. Selbst die Heiden erkennen, dass solche Kühnheit nur aus dem Zusammensein mit Jesus kommt.

Als Petrus und Johannes dastanden und darauf warteten, dass das Urteil verkündet wurde, stand der geheilte Mann daneben. Dort war, aus Fleisch und Blut, der lebendige Beweis, dass Petrus und Johannes mit Jesus gewesen waren. Jetzt, als die Obersten der Synagoge „den Menschen, der geheilt worden war, bei ihnen stehen sahen, konnten sie nichts dagegen sagen“ (Apostelgeschichte 4,14). Die Obersten steckten die Köpfe zusammen und flüsterten: „Was können wir tun? Es ist jedem in Jerusalem klar, dass sie ein wirkliches Wunder gewirkt haben. Und wir können es nicht leugnen“ (siehe 4,16). Also ließen sie die Jünger gehen.

Was taten Petrus und Johannes, als sie freigelassen wurden? „Sie [kamen] zu den Ihren und verkündeten alles, was die Hohenpriester und die Ältesten zu ihnen gesagt hatten“ (4,23). Die Heiligen in Jerusalem freuten sich mit den beiden Jüngern. Dann beteten sie: „Herr, sieh an ihre Drohungen und gib deinen Knechten, dein Wort mit aller Freimütigkeit zu reden; indem du deine Hand ausstreckst zur Heilung, und dass Zeichen und Wunder geschehen durch den Namen deines heiligen Knechtes Jesus“ (4,29-30). Sie beteten im Wesentlichen: „Gott, danke für die Kühnheit, die du unseren Brüdern gegeben hast. Aber wir wissen, dass dies erst der Anfang ist. Bitte, lass uns alle kühn bleiben, um mit heiliger Gewissheit zu sprechen. Und sorge für sichtbare Zeichen, dass du mit uns bist.“

Kein Zweifel, Petrus und Johannes hatten den resignierten Ausdruck im Gesicht des Hohen Priesters gesehen, als er erkannte, dass sie mit Jesus gewesen waren. Petrus musste Johannes zugeblinzelt und gesagt haben: „Wenn sie nur wüssten. Sie erinnern sich nur daran, dass wir vor Wochen mit Jesus waren. Sie erkennen nicht, dass wir seither immer mit dem auferstandenen Meister gewesen sind. Wir waren gerade mit ihm, im Obersaal. Und dann waren wir heute Morgen mit ihm, als wir in unserer Zelle beteten. Und sobald wir hier herauskommen, werden wir ihn wieder treffen, mit den Brüdern.“

Das ist es, was mit Männer und Frauen geschieht, die Zeit mit Jesus verbringen. Wenn sie aus ihrer Zeit mit Christus kommen, ist er mit ihnen, wo immer sie hingehen.

Wenn eine Krise zuschlägt, haben Sie nicht mehr die Zeit, sich in Gebet und Glauben aufzuerbauen. Aber jene, die bei Jesus waren, sind immer bereit.

Kürzlich schrieb ein Ehepaar in einem Geist an unseren Dienst, der offenbarte, dass sie mit Jesus gewesen waren. Ihr Brief beschrieb eine unvorstellbare Tragödie. Ihre 24-jährige Tochter war mit einer Freundin ausgegangen, als ein Wahnsinniger beide junge Frauen entführte. Er brachte sie an einen einsamen Ort, wo er die Freundin ihrer Tochter gehen ließ. Dann ermordete er die Tochter auf grausige Weise.

Als die Polizei beschrieb, was geschehen war, war das Ehepaar schockiert. Ihre Freunde und Nachbarn fragten sich: „Wie können irgendwelche Eltern diese Art von Tragödie überleben? Wie können sie mit dem grausigen Gedanken daran, was ihrer Tochter geschehen ist, leben?“ Doch innerhalb einer Stunde war der Heilige Geist zu diesem Ehepaar gekommen, wobei er übernatürlichen Trost mitbrachte. Natürlich, in den schmerzhaften Tagen, die folgten, fragten jene trauernden Eltern Gott fortwährend nach dem Warum. Doch die ganze Zeit erlebten sie göttliche Ruhe und Frieden.

Jeder, der diese Eltern kannte, war erstaunt über ihre Ruhe. Doch jenes Paar war auf seinen Augenblick der Krise vorbereitet. Sie hatten immer gewusst, dass Gott niemals erlauben würde, dass ihnen irgendetwas ohne eine zugrundeliegende Absicht geschieht. Und als die schreckliche Nachricht kam, zerbrachen sie nicht.

Tatsächlich begannen die Eltern und ihre überlebenden Kinder bald, für den Mörder zu beten. Die Menschen in ihrer Stadt konnten das nicht akzeptieren. Sie schrien nach Blut. Aber dieses gottgefällige Ehepaar sprach und lehrte über Gottes Fähigkeit, für Kraft zu sorgen, egal mit was sie konfrontiert werden würden. Die Einwohner der Stadt erkannten ihre Stärke als eine, die nur von Jesus kam. Bald sagten sie über dieses Paar: „Sie sind ein Wunder. Jene sind wahre Jesus-Menschen.“

Ich sah ein Beispiel für diese sichtbare Stärke in Moskau, als ich zu 1.200 Pastoren sprach. Diese Geistlichen waren aus ganz Russland gekommen, so weit entfernt wie Sibirien. Während ich sprach, führte mich der Heilige Geist, sie zu fragen, ob jemand daran dachte, den geistlichen Dienst aufzugeben. Hunderte rannten nach vorn und jeder suchte nach Gebet. Ich dachte: „Herr, ich habe das nicht erwartet. Was möchtest du, das ich mit all diesen Hirten tun soll?“

Der Heilige Geist erinnerte mich an die Monate, die ich im Gebet für diese Geistlichen verbrachte. Er erinnerte mich auch an die Liebe, die Gott für sie in mein Herz gelegt hatte. Tatsächlich, er hatte mich veranlasst, zu beten, dass jeder Pastor, der zu dieser Konferenz kommen würde, geheilt und ermutigt weggehen würde. Nun erkannte ich, dass Gott dabei war, dieses Gebet zu beantworten, auf eine Weise, wie ich es mir niemals hätte vorstellen können. Ich war in all jenen Monaten zuvor mit Jesus gewesen, und nun stand er mit mir hier. Der Geist flüsterte: „Bete für sie im Namen Jesu. Ich werde sie wiederherstellen.“

Als ich betete, kam eine heilige Zerbrochenheit auf diese Männer herab. Bald war leises Weinen und freudiges Preisen zu hören. Ich wurde Zeuge sichtbarer Wunder der Heilung und Erneuerung unter jenen Pastoren. Kürzlich schrieb uns unser russischer Ansprechpartner über das bleibende Werk des Geistes von jenem Tag an: „Wir hören von überallher Zeugnisse. Jene Pastoren sind in ihre Gemeinden zurückgekehrt und haben gesagt: ‚Ich bin heimgekommen, um Jesus zu erheben.’“

Während eines Treffens in Russland sprach ich mit einem Pastor, der 18 Jahre im Gefängnis war. Das Gesicht dieses Mannes strahlt sichtlich in Christus. Heute beaufsichtigt er 1.200 Gemeinden in Russland. Doch er ertrug unfassbare Härten im Gefängnis. „Jesus war für mich real“, bezeugte er, „realer als alles, was ich in meinem Leben jemals kennengelernt habe.“

Wegen seines christusähnlichen Charakters wurde dieser Pastor von jedem im Gefängnis respektiert, einschließlich der verhärteten Insassen und der gehässigen Wärter. Dann, eines Tages, flüsterte der Heilige Geist dem Pastor zu: „In drei Tagen wirst du von hier aus freigelassen werden.“ Und er forderte den Geistlichen auf, darüber Zeugnis zu geben.

Augenblicklich sandte der Pastor seiner Frau und der Gemeinde eine Nachricht wegen der Offenbarung des Heiligen Geistes. Dann erzählte er seinen Mitgefangenen, was Gott ihm gesagt hatte. Sie lachten ihn verächtlich aus und sagten: „Niemand ist von diesem Ort aus jemals freigelassen worden.“ Auch die Wärter machten sich über ihn lustig und spotteten: „Du wirst hier sterben, Prediger.“

Als der dritte Tag gekommen war und der Abendhimmel dunkler wurde, schaute eine Wache zum Pastor hinein und schüttelte den Kopf. „Das Bisschen Gott, das du da hast“, höhnte er.

Dann, kurz nach 23 Uhr ging der Lautsprecher an. Eine Stimme nannte den Namen des Pastors. „Kommen Sie sofort zum Büro“, sagte sie durch. „Sie sind entlassen.“

All die Häftlinge und Wachen waren sprachlos. Als der Pastor vorüberging, sagte er allen good-bye und wünschte ihnen Wohlergehen. Schließlich, als er durch das Gefängnistor ging, sah er seine Frau mit Blumen auf ihn warten. Als der Pastor sie umarmte, wandte er sich um, um auf das Gefängnis, in dem er 18 Jahre verbracht hatte, zurückzuschauen. Seine Mithäftlinge standen alle an den Fenstern. Und sie schrien aus voller Lunge: „Da ist ein Gott! Da ist ein Gott! Da ist ein Gott!“

Gott hatte ihnen einen sichtbaren Beweis gegeben. Und es geschah durch diesen gottgefälligen Pastor, der an jedem Tag seiner achtzehnjährigen Strafe mit Jesus gewesen war.

Was für ein größerer Beweis für Gott könnte da sein, als ein einzelnes Leben, das durch die übernatürliche Kraft Christi verwandelt ist? Möge das über Sie gesagt werden: „Jener Mann, jene Frau ist mit Jesus gewesen.“ Und möge niemand in der Lage sein, es zu leugnen.

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Bibelstellen – soweit nicht anders angegeben – nach der Elberfelder Bibel 2006. Die angegebenen Versnummern können bei einigen Bibelausgaben abweichen.

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