Feindliche Festungen zerstören | World Challenge

Feindliche Festungen zerstören

David Wilkerson (1931-2011)April 16, 2018

Gottes erstaunliche Verheißung an uns in unserer Anfechtung

In Micha 7 überbringt der Prophet eine prophetische Botschaft an Israel – eine Botschaft, die auf Gläubige in der heutigen Welt zutrifft, die einen geistlichen Hunger haben: Micha begann seine Prophetie mit einem betroffenen Ausruf: „Wehe mir! … keine Traube zu essen“ (Micha 7,1).

Micha beschrieb die Auswirkung einer Hungersnot in Israel – eines Hungers sowohl nach Nahrung wie auch nach Gottes Wort. In seinen Worten hören wir das Echo einer früheren Prophetie von Amos: „Siehe, Tage kommen, spricht der Herr, Herr, da sende ich Hunger ins Land, nicht einen Hunger nach Brot und nicht einen Durst nach Wasser, sondern danach, die Worte des Herrn zu hören. Und sie werden wanken von Meer zu Meer und vom Norden bis zum Osten. Sie werden umherschweifen, um das Wort des Herrn zu suchen, und werden es nicht finden“ (Amos 8,11-122).

Micha spricht auch für eine hungrige Gemeinde heute: die Gemeinde Jesu Christi. In seiner prophetischen Vision sah Micha voraus, wie Scharen von Menschen von Ort zu Ort laufen, um ein wahres Wort von Gott zu hören. Er sah vor seinen inneren Augen, wie Gläubige von Gemeinde zu Gemeinde eilen, um ihren Hunger nach einer Nahrung für ihre Seele zu stillen. Und dieser Ruf ist auch heute noch zu hören: Wehe mir, da ist keine Traube zu essen!“

Es geht mir zu Herzen, wenn Menschen durch 
ein blutleeres, kraftloses, 
modernes Evangelium 
getäuscht werden.

Nie wurden sie mit ihren Sünden konfrontiert oder haben das überführende Wort der Wahrheit gehört, das den Charakter Christi in ihnen hervorrufen würde. Für den Bau ihres geistlichen Hauses wurde ihnen nichts an die Hand gegeben als Holz, Heu und Stroh. Und wenn sie einmal vor Jesus stehen werden, wird alles, was sie auf ihrem Fundament aufgebaut haben, verbrennen.

Israels geistlicher Hunger kam zur denkbar schlimmsten Zeit: als die Nation den Gipfel ihres moralischen Verfalls erreicht hatte. Die Zeit war reif für ein gerechtes Bekenntnis und eine liebevolle Zurechtweisung der Leiter der Nation wegen ihrer Sünde. Doch gerade als dies hätte geschehen sollen, wurde die Gemeinde nur noch weltlicher: „Verlorengegangen ist der Fromme aus dem Land, und da ist kein Rechtschaffener unter den Menschen: Sie alle lauern auf Bluttaten, sie jagen jeder seinen Bruder mit dem Netz“ (Micha 7,2).

Michas Worte erinnern an die heutigen Schlagzeilen. Menschen vertrauen ihren Leitern, ihrer Regierung, ihrem Rechtssystem nicht mehr. Auch ihren Arbeitgebern, ihren Kollegen, ihren Freunden oder ihrer Religion vertrauen sie nicht mehr. Auf allen Ebenen der Gesellschaft bricht das Vertrauen ein. Die Folge ist, dass jeder nur auf sich selbst schaut. Man hört nicht mehr: „Wie kann ich helfen? Was kann ich beitragen?“ Stattdessen lautet die Devise: „Was springt für mich dabei heraus?“

Doch Micha wandte den Blick von all dieser Dekadenz und Habgier der Gesellschaft und von der Lauheit und Halbherzigkeit der Gemeinde ab: „Ich aber, ich will nach dem Herrn ausschauen, will warten auf den Gott meines Heils; mein Gott wird mich erhören“ (Vers 7). Er gab Israel zu verstehen: „Ja, der Mangel reicht bis in die Seele unserer Nation und bringt Zerstörung und Verfall. Doch letztlich gilt unser Augenmerk nicht dem schlimmen Zustand der Gesellschaft. Ein wahrer Wächter warnt nicht nur vor dem Schwert, sondern verkündet auch Gottes Verheißungen. Mitten im Chaos möchte er den Seinen, die treu am Glauben festhalten, sein Herz offenbaren.“

Dasselbe gilt auch heute. Der Herr hat einen Überrest von Christen, deren Augen sich nicht auf den Niedergang der Gesellschaft oder der Gemeinde konzentrieren. Sie achten auf den wahren Fokus der Sprecher Gottes und erinnern damit an die Ermahnungen der Propheten: „Richte deinen Blick auf den Herrn; suche sein Angesicht; warte auf ihn. Er wird dich aufrechterhalten und für alles sorgen, was du nötig hast.“

Die Verheißungen, die Micha nun zu offenbaren beginnt, scheinen zu unfassbar, um wahr zu sein. Doch sie alle sind auch für die Gemeinde Christi in der jetzigen Zeit bestimmt. In Micha 7,14 steht: „Weide dein Volk mit deinem Stab, die Herde deines Erbteils, die einsam im Wald wohnt!“ Der Hirte, von dem hier die Rede ist, kann nur Christus sein: „Der Gott des Friedens aber, der den großen Hirten der Schafe aus den Toten heraufgeführt hat durch das Blut eines ewigen Bundes, unseren Herrn Jesus…“ (Hebräer 13,20). Micha prophezeit, dass Jesus auf die Erde kommen wird, um seine Herde als Hirte zu weiden. Für diejenigen, die im Glauben zu ihm kommen und ihm vertrauen, wird es nie eine Hungersnot geben.

Was sagt uns dies über die gegenwärtige Hungersnot? Es bedeutet, dass wir nicht immer nur den leblosen Gemeinden oder gleichgültigen Pastoren die Schuld für unseren Mangel an Brot geben können. Jesus hat versprochen, uns zu weiden, wenn wir zu ihm kommen. Dieses Versprechen gilt selbst für den, der an einem einsamen Ort lebt, an dem es vielleicht gar keine Gemeinde gibt: für den, der „einsam im Wald wohnt“ (Micha 7,14).

Micha 7,15 enthält eine herrliche Verheißung
 Gottes für sein Volk.

„Wie in den Tagen, als du aus dem Land Ägypten zogst, werde ich es Wunder sehen lassen“ (Micha 7,15). Dies bezieht sich auf das Wunder, das Gott am Roten Meer für Israel wirkte. Gott gibt uns immer wieder zu verstehen: „Seit Jahren hast du Predigten über das große Wunder gehört, das ich für mein Volk wirkte. Doch so wunderbar diese Befreiung auch war – sie war nur ein Abbild, ein Schatten. Ich möchte etwas ganz Neues für dich tun.“

Vielleicht befinden Sie sich gerade in einer geistlichen Wüste und sind mit den Mächten Satans konfrontiert. Sie spüren, wie dieses Heer dämonischer Kräfte über Sie hereinbricht. Und genauso, wie die Israeliten gegen ihre Feinde machtlos waren, stehen auch Sie Ihren Feinden hilflos gegenüber. Doch so gewiss, wie Gott das Rote Meer teilte, sodass Israel trockenen Fußes hindurchziehen konnte, wird er auch Ihnen auf übernatürliche Weise einen Weg durch Ihr Meer bahnen. Sie werden hindurchziehen, ganz gleich, was der Feind gegen Sie unternimmt und welchen Widerstand er leistet. Sie werden keinen Grund mehr haben, ihn zu fürchten.

Micha prophezeite: „Ohnmächtig sollen die Völker zuschauen müssen trotz all ihrer Macht, es soll ihnen die Sprache verschlagen, Hören und Sehen sollen ihnen vergehen“ (Micha 7,16). Micha sagt uns damit: „Die Befreiung durch dein Rotes Meer hindurch wird Satans Lügen zum Schweigen bringen. Ihm wird ‚Hören und Sehen vergehen‘ vor Ehrfurcht, während Gottes Geist in dir wirkt.“ Dann werden Sie die Anklagen des Feindes gegen Sie nicht länger glauben; seine dämonischen Mächte werden in völliger Verwirrung enden.

Viele Christen zitieren 2. Korinther 10,3-4: „Denn obwohl wir im Fleisch wandeln, kämpfen wir nicht nach dem Fleisch; denn die Waffen unseres Kampfes sind nicht fleischlich, sondern mächtig für Gott zur Zerstörung von Festungen; so zerstören wir Vernünfteleien.“ Die meisten von uns nehmen an, dass mit diesen Festungen Bindungen gemeint sind, wie sexuelle Übertretungen, Drogenabhängigkeit, Alkoholismus oder äußere Sünden, die wir auf eine Liste der „schlimmsten Sünden“ setzen. Doch Paulus spricht hier von etwas, das viel schlimmer ist als unser menschlicher Maßstab für Sünden.

Diese Art von Festung ist eine Anklage, die fest in unserem Denken verankert ist. Und Satan etabliert sie in Gottes Volk, indem er Lügen in unsere Gedanken pflanzt – Unwahrheiten und falsche Vorstellungen über Gottes Wesen. Er könnte uns zum Beispiel die Lüge einpflanzen, dass wir ungeistlich sind, indem er ständig flüstert: „Du wirst nie von deiner eingefleischten Sünde frei werden. Du bist ein Heuchler, denn dein Kopf ist voll böser Gedanken. Du hast dich nicht verändert. Und jetzt hat Gott die Geduld mit dir verloren. Du hast es nicht verdient, seine Gnade weiter zu empfangen.“ Oder er versucht, Ihre Ehe zu zerstören, indem er sagt: „Du kannst diese Ehe nicht länger ertragen, wenn dein Partner sich nicht ändert.“

Wenn Sie immer wieder auf seine Lügen hören, werden Sie nach einer Weile anfangen, sie zu glauben. Sobald Sie seine üble Argumentation annehmen, wird sie in Ihrem Herzen und in Ihrem Denken verankert – und wird so zu einer Festung. Dies gibt Satan Macht über Sie, indem er Einfluss auf Ihr Denken ausübt. Er braucht nicht von Ihrem Körper Besitz zu ergreifen; alles, was er braucht, ist ein Ansatzpunkt in Ihrem Denken, um Ihnen Lügen einzuflößen, die Sie in Ihren Gedanken ständig belasten.

Wir können diese Festungen nicht durch Gebet allein niederreißen. Die einzige Waffe, die Satan und seine Horden schreckt, ist dieselbe Waffe, die ihn bei der Versuchung Jesu in der Wüste schreckte: das lebendige Wort Gottes. Nur die Wahrheit des Herrn kann uns befreien. Jesus verspricht, dass er unser Gott ist, der uns reinigt, uns vergibt und alle unsere Sünden wegnimmt, der uns mit seinem Heiligen Geist erfüllt, der uns durch seinen Geist leitet, lehrt und führt; und der alle Kraft in uns hineinlegt, die wir brauchen, um in Heiligkeit und Gehorsam zu leben.

Micha spricht eine Verheißung aus, an der wir festhalten sollen: „Wer ist ein Gott wie du, der Schuld vergibt und Vergehen verzeiht dem Überrest seines Erbteils! Nicht für immer behält er seinen Zorn, denn er hat Gefallen an Gnade. Er wird sich wieder über uns erbarmen, wird unsere Schuld niedertreten. Und du wirst alle ihre Sünden in die Tiefen des Meeres werfen“ (Micha 7,18-19).

Nicht wir halten unsere Sünden unter Kontrolle, sondern Gott.

Und er hat Erbarmen mit uns; er zertritt alle unsere Sünden und wirft sie ins Meer, sodass sie nie wieder gegen uns verwendet werden können. Stellen Sie sich vor, wie die Kinder Israels all diese ägyptischen Soldaten für immer in den Fluten untergehen sehen. Der Herr sagt nun zu uns: „Das sind deine Sünden, und du wirst zusehen, wie sie auf den Grund des Meeres sinken. Ich habe sie ein für alle Mal abgewaschen.“ Wenn Sie diese Verheißung im Glauben ergreifen, verspricht Gott, dass Ihr Feind vor Ihren Augen zerschlagen wird.

„Sie werden Staub lecken wie die Schlange, wie die kriechenden Tiere der Erde; zitternd werden sie hervorkommen aus ihren Burgen; zum Herrn, unserem Gott, werden sie sich bebend wenden und vor dir sich fürchten“ (Micha 7,17). Die „kriechenden Tiere der Erde“ sind ein bildhafter Ausdruck für schleichende, tückische Ängste. Er beschreibt die Ängste und Anklagen, die Satan in unser Denken gepflanzt hat. Gott sagt, sie werden verschreckt aus ihren Löchern kriechen.

Was bedeutet das? Einfach ausgedrückt: Wenn Sie sich auf Gottes Verheißungen stellen, wird jede dämonische Macht aus Furcht vor dem allmächtigen Gott aus ihrer Festung davonschleichen. Und der Teufel und sein Heer werden vor dem Herrn „beben … und vor dir sich fürchten“. Nicht mehr Sie werden vor dem Teufel Angst haben, sondern er vor Ihnen! Er fürchtet jeden Gläubigen, der in den Verheißungen des allmächtigen Erlösers lebt.

Gott ist treu und erfüllt sein Versprechen, jeden Feind von uns fliehen zu lassen. Im Augenblick mögen Ihre Versuchungen, schlechten Gewohnheiten und hartnäckigen Sünden Ihnen wie unüberwindliche Hindernisse erscheinen. Aber der Herr verspricht, Sie zu befreien, um seines eigenen Namens willen. Er ist treu, sein Wort zu halten.

Machen Sie sich dieses Gebet zu eigen: „Gott, du hast mit einem Eid versprochen, mein Herr zu sein. Du hast gesagt, du würdest auch mich durch mein eigenes „Rotes Meer“ befreien. Und du hast gesagt, dass der Teufel verstummen wird und mich nicht mehr mit seinen Lügen anklagen kann. Vater, ich stelle mich jetzt auf deine Verheißungen. Befreie mich und verherrliche deinen Namen in meinem Leben.“ Amen!

Download PDF